Luft­entfeuchter Was sie leisten – und was nicht

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Luft­entfeuchter - Was sie leisten – und was nicht

Behälter. Das Wasser muss immer wieder entleert werden. © picture alliance / Shotshop / Iordache Magdalena

Klein, praktisch, effektiv: Ist es im Wohn­raum oder Keller zu feucht, können Luft­entfeuchter helfen. Die Ursachen bekämpfen sie nicht. Die Stiftung Warentest klärt auf.

Steigt die Luft­feuchtig­keit in Räumen dauer­haft über 60 Prozent, droht Schimmel. Helfen Tipps zum richtigen Lüften nicht, können Luft­entfeuchter sinn­voll sein.

Luft­entfeuchter im Test von Which

Unsere britische Part­ner­organisation Which hat zwölf Luftentfeuchter getestet. Neun davon sind empfehlens­wert, darunter drei in Deutsch­land erhältliche: DeLonghi DEX214F (280 Euro) und Meaco Arete One 25L (319 Euro) eignen sich eher für Wohn­räume, Meaco DD8L Zambezi (325 Euro) auch für Keller und Garagen. Die Geräte ziehen allerdings recht viel Strom.

Wie funk­tionieren Luft­entfeuchter?

Die meisten Geräte arbeiten nach dem gleichen Prinzip wie ein Kühlschrank. Ein Kompressor verdichtet zunächst ein Kühlgas, das in einem Verdampfer einen Wärmetauscher abkühlt. Über diesen Wärmetauscher wird mit einem Ventilator die feuchte Raum­luft geleitet, die dort an diesem kalten Bauteil kondensiert und in den darunter­liegenden Behälter abtropft.

Luft­entfeuchter - Was sie leisten – und was nicht

Hat Feuchtig­keit und Schimmel­bildung den Kampf angesagt: der Bausach­verständige Karl-Heinz Rosenkranz. © http://remussirion.deviantart.com/

Das Wasser kann in einem Behälter aufgefangen werden. „Im Prinzip arbeiten kleine Geräte nicht anders als professionelle Bautrockner“, sagt Fachmann Karl-Heinz Rosenkranz. Die Regel­technik sei anspruchs­voller. Aber in großen Räumen seien drei kleine Geräte ohnehin sinn­voller als ein großes. Bei der professionellen Bautrock­nung werde zudem zusätzliche Wärme einge­setzt, etwa mittels Infrarotheizplatten.

Worauf achten?

Die Zielfeuchtig­keit sollte möglichst einstell­bar sein, im besten Fall als eine bestimmte Prozent­zahl. Einige Geräte haben das nicht. Andere haben zwar eine Zielzahl, verraten sie aber nicht, weil nur Stufen angegeben sind. „Prinzipiell sollten Sie so lange trocknen, bis Wand und Raumklima im Ausgleich sind“, sagt Experte Karl-Heinz Rosenkranz. „Dabei sollten Sie die Feuchtig­keit aus der Luft entziehen, das ist wichtig“, meint er. „Die Mauern trocknen nach.“

Wählen Sie den Entfeuchter passend zur Raumgröße aus. Dabei die Raumhöhe beachten, einige geben lediglich die Quadrat­meterzahl an. Tipp von Profi Rosenkranz: „Die Wasser­schale des Luft­entfeuchters sollte nach etwa einem Tag voll sein. Ist sie bereits schneller voll, ist die Kapazität möglicher­weise zu gering. Dann sollten Sie ein zusätzliches Gerät nutzen.“

Tags­über unbe­dingt die Fenster geschlossen halten. „Vor allem im Sommer“, rät der Experte. Auch nachts sollten Luft­entfeuchter weiterlaufen, rät Rosenkranz. „Unter­brechungen, die das Gerät aufgrund der voreinge­stellten Trock­nungs­schwelle selbst steuert, sind okay“, sagt Rosenkranz. Eigenhändiges Abschalten, etwa des Geräusches wegen, sei dagegen eher kontraproduktiv. Und auch die Jahres­zeit sei wichtig: „Je kälter es ist, desto weniger produktiv sind die Geräte“, so der Experte.

Warum ist hohe Luft­feuchtig­keit in Räumen ein Problem?

Nicht nur nach Stark­regen und massivem Wasser­einbruch (etwa bei Flut­katastrophen) gilt: Ist die Luft­feuchtig­keit in Wohn­räumen über einen längeren Zeitraum zu hoch, drohen Gesund­heits­gefahren. Als ideal gilt eine relative Luft­feuchtig­keit von 40 bis 60 Prozent und maximal acht Gramm Wasser pro Kubik­meter Raum­luft (absolute Feuchte).

Die wichtigste Ursache für das Wachs­tum von Schimmelpilzen in Gebäuden ist erhöhte Feuchtig­keit. Fürs Schimmelpilz­wachs­tum genügt eine relative Luft­feuchte von 70 bis 80 Prozent über wenige Tage. „Dabei ist die relative Luft­feuchtig­keit abhängig von der Temperatur“, sagt der Bausach­verständige Karl-Heinz Rosenkranz. „Wo es wärmer ist, ist es in der Regel auch feuchter.“

Tipp: Luft­entfeuchter entziehen Feuchtig­keit, bekämpfen aber nicht die Ursachen. Gehen Sie daher zunächst gegen groß­flächigen Schimmelbefall vor.

Gebündelte Informationen gegen Schimmel

Mehr Tipps und Informationen rund ums Thema Schimmel lesen Sie in unseren FAQ Schimmel vorbeugen und Schimmel bekämpfen. Gute Sprays, die Pilz­sporen wirk­sam bekämpfen, finden Sie im Schimmelentferner-Test. Welche Rechte und Pflichten Mieter bei Schimmelbefall haben, lesen Sie in unserem Special Schimmel in der Wohnung.

Ratgeber. Tipps zum Reno­vieren, Bauen und Reparieren gibt es in unserem Buch Supertricks für Heimwerker. Hilf­reich ist außerdem unser Ratgeber Reparaturen zu Hause − Renovierung, Restaurierung, Reparatur. Er enthält viele bebilderte Anleitungen, unter anderem auch zum Thema „Schimmelflecken beseitigen“.

Praktische Hilfe. Experten zur Schimmelbekämpfung finden Sie über die Verbraucherzentralen, Netz­werke wie das Landesnetzwerk Schimmelberatung NRW oder die Industrie- und Handelskammern.

Keller sind besonders gefährdet

Keller sind je nach Bauart aufgrund sommerlicher Kondensation besonders anfäl­lig für Schimmel­bildung durch dauer­haft hohe Feuchtig­keit. Kondens­wasser kann sich etwa durch mangelhafte Abdichtungen sammeln. Dringt Wasser ein, kühlen diese Stellen aufgrund der Verduns­tungs­kälte stärker als die übrigen Stellen ab. An der Innenseite kalter Außenwände sollte die Luft daher möglichst gut zirkulieren können.
Tipp: Schränke am besten einige Zenti­meter von der Wand abrü­cken und auf Füße stellen.

Nicht immer genügt Lüften. An schwülwarmen Tagen kann es sogar schaden. Die Flüssig­keit aus der feucht­warmen Außen­luft kondensiert, sobald sie auf die kalten Kellerwände trifft.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 29.08.2023 um 09:54 Uhr
Einsatz von Luftentfeuchtern

@Skudelny: Kompakte, kleine Luftentfeuchter sind flexibel einsetzbar, haben geringere Wartungskosten, geringeren Platzbedarf, sind kostengünstig und in der Regel leiser.
Allerdings bei großen Feuchteschäden können sie bald an die Grenzen ihrer Kapazität kommen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit in großen Räumen, die einen kontinuierlichen Einsatz von Luftentfeuchtern erforderlich machen, ist der Einsatz von großen Geräten, die die Feuchtigkeit nach außen abführen, sicherlich sinnvoll. Sie können dazu auch die individuelle Beratung und Unterstützung der Umweltberater der Verbraucherzentralen einholen.

Skudelny am 26.08.2023 um 15:07 Uhr
Entfeuchter

Wir besitzen einen Altbau der Schwamm hatte. Die Gutachter schrieben uns, dass der Keller kontinuierlich entfeuchtet werden muss. (Die Luftfeuchtigkeit liegt hier bei kontinuierlich über 70%)
Sie schreiben, dass mehrere kleine Entfeuchter besser seien als ein großer. Der Gutachter empfiehlt einen großen Entlüften, der auf Abluftbais [nach außen) funktioniert.
Wo kann man hierüber Informationen einholen?

palto am 24.03.2023 um 14:25 Uhr
Unübersichtlicher Markt

Ich finde den Markt von Luftentfeuchters sehr unübersichtlich, habe schon zwei Mal nicht so gute Eheerfahrung machen müssen. Daher würde ich einen Test von Stiftung Warentest sehr begrüßen!
Für mich wären dabei eher kleine bis mittlere Geräte interessant, da ich nur zwei kleinere Räume (je 10-15 qm) zu entfeuchten habe.

Simon07 am 19.02.2023 um 08:50 Uhr
De Longhi

Ich habe mir im November 22 ein Gerät von De Longhi und Hygrometer für jeden Raum gekauft und bin sehr zufrieden. Das Gerät hat sogar eine Wäschefunktion, die dafür sorgt, dass das Wasser schneller aus der Luft gezogen wird und die Wäsche schneller trocknet.

Profilbild Stiftung_Warentest am 07.11.2022 um 11:10 Uhr
Effektivität

@Ecotox: Wir haben leider keinen Test zu Luftentfeuchter-Geräten. Ihre Nachfrage nehmen wir gerne als Testwunsch auf und leiten ihn an das zuständige Untersuchungsteam weiter. Vor allem auch die Aspekte Effektivität und Messgenauigkeit zu untersuchen. Da wir Ihren Luftentfeuchter nicht kennen, können wir keine produktbezogenen Informationen mitteilen.
Auf jeden Fall sind Luftentfeuchter nun bei uns als Testwunsch registriert.
Exakte Messwerte liefert ein Luftfeuchtemessgerät. Hygrometer mit Digitalanzeige sind zuverlässiger und komfortabler als solche mit manueller Anzeige, denn sie müssen nicht kalibriert werden.