Bleibt der Arbeitgeber den Lohn schuldig, kann der Arbeitnehmer Verzugszinsen fordern ­ und zwar bezogen auf den Bruttolohn. Das hat der Große Senat des Bundesarbeitsgerichts (BAG) im Verfahren eines Angestellten entschieden, der seinen Exarbeitgeber auf Zahlung von ausstehendem Lohn verklagt hatte (Az. GS 1/2000).

Das zuständige Landesarbeitsgericht hatte zuvor den Nettolohn als ausschlaggebend für die Zinsberechnung gehalten. Das BAG stellt jedoch klar: Ist im Arbeitsvertrag ein Bruttogehalt vereinbart, dann entspricht diese Summe der Geldschuld des Arbeitgebers. Dass dieser meist bereits Lohnsteuer und Sozialversicherungsanteil abzieht, spielt keine Rolle. Die Entscheidung geht den Arbeitgebern ans Portmonee, denn seit vergangenem Jahr werden im Verzugsfall erhöhte Zinsen fällig. Derzeit liegt der variable Zinssatz bei 9,26 Prozent.

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