Lockvogelwerbung Meldung

Gar nicht recht und billig: Allzu oft erleben Kunden, dass Sonderangebote aus der Werbung im Handum­drehen vergriffen sind.

Mal wieder Pech gehabt: „Leider ist unser Sonderangebot ausverkauft.“ Das hören Verbraucher allzu oft. Vor allem große Handelsketten werben lautstark mit supergünstigen Schnäppchen: zum Beispiel „Plus“ mit 33,33 Euro für einen CD-Spieler, verfügbar ab morgen. Doch selbst Kunden, die am betreffenden Tag noch vor der Geschäftseröffnung an der Ladentür standen, schauten in die Röhre. „Die haben gesagt, alle Geräte, bis auf zwei, seien schon unter der Belegschaft verteilt worden“, schimpft ein verärgerter Kaufinteressent.

Minus für Plus

Lockvogelwerbung Meldung

Das hat offenbar Methode. Bundesweit berichten Verbraucher über ähnliche Fälle. Egal ob Nähmaschine oder Bügeleisen: „Schon morgens um 9 Uhr war nur ein einziges Gerät da“, versichern Zeugen. Dabei hat das Oberlandesgericht Düsseldorf die Handelskette schon vor zwei Jahren wegen mehrfacher Lockvogelwerbung verurteilt. „Ein dickes Minus für Plus“, kommentiert Juristin Kerstin Hoppe vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der nun ein Ordnungsgeld durchsetzen will.

Plus ist kein Einzelfall: „Wir bekamen schon Hunderte Beschwerden in diesem Jahr allein aus Nordrhein-Westfalen“, erklärt Jürgen Schröder von der Verbraucherzentrale NRW. Die Liste liest sich wie ein Who-is-Who der Discounter: Da tauchen Namen wie Aldi, Lidl, Ikea, Mediamarkt, Penny, Praktiker und viele andere auf.

Fakt ist: Sonderangebote müssen im Regelfall mindestens zwei Tage vorrätig sein. Das verlangt seit 8. Juli 2004 eine neue Regelung im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Doch gegen Verstöße können nur Mitbewerber oder Verbände vorgehen, wie etwa die Verbraucherzentra­len, die auf Unterlassung klagen können.

Dem Verbraucher hilft das nichts: Er hat keinen Anspruch auf Herausgabe der Ware zum Sonderpreis. Allenfalls bleibt ihm, mit einer Beschwerde bei der Geschäftsführung Druck zu machen und Schadenersatz für den vergeudeten Sprit zu fordern.

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