Lidschatten Test

Am längsten hält der flüssige Lidschatten von Ellen Betrix. Aber auch einfache Puderlidschatten können einen Bürotag überstehen. 7 der 13 Produkte im Test sind „gut“.

Ein Lidschatten kann 24 Euro kosten oder nicht einmal ein Zehntel davon. Teuer macht aber nicht schöner und ist auch nicht haltbarer: Wer sich und seinen Mitmenschen mit geschminkten Augen gefallen will, ist mit dem Puderlidschatten der Drogeriekette dm für 1,45 Euro nahezu genauso lange „gut“ bedient wie mit dem Shiseido-Cremelidschatten aus dem Edeltiegel zu 24 Euro. Nur der flüssige Lidschatten von Ellen Betrix für 7,30 Euro hält als Einziger „sehr gut“.

So lautet das Fazit unseres Praxistests, bei dem 30 Frauen jeweils 13 zum Teil sehr unterschiedliche Lidschatten in bräunlichen Tönen eine Woche lang ausprobierten. Mit einem erfreulichen Ergebnis, denn bis auf kleinere Ausnahmen waren alle recht zufrieden. Siebenmal heißt das test-Qualitätsurteil „gut“ und sechsmal „befriedigend“. Positiv auch und wichtig gerade für empfindliche Personen: Keine der Frauen bekam Verträglichkeitsprobleme, egal ob ihre Lider nun eine pudrige, cremige oder flüssige Substanz zierte.

Haltbarkeit: Verbessert

Ein wichtiger Prüfpunkt für die Bewertung ist die Haltbarkeit, und die hat deutlich gewonnen. Vor einigen Jahren war die kritische Grenze meist schon nach vier Stunden erreicht, dann geriet die Farbpracht auf den Lidern ins Rutschen. Nach acht Stunden gefiel sich bei unserem letzten Test kaum noch eine Frau. Dieses Mal sah der flüssige Lidschatten von Ellen Betrix auch nach zwölf Stunden noch „gut“ aus. Selbst die Lidschattenpuder mit der kürzesten Haltbarkeit – Essence und Rossmann – schafften rund sechs Stunden gut und weitere sechs befriedigend.

Solche exakten Stundenangaben gelten aber nicht absolut, es sind Durchschnittswerte. Die Haltbarkeit kann bei jeder Frau je nach Situation anders ausfallen. Sport und Schwitzen lassen Lidschatten nun mal eher schwinden als eine Stehparty. Ein früher häufiges Ärgernis scheint sich erfreulicherweise weitgehend erledigt zu haben: Nur noch der Essence-Puder setzte sich gelegentlich in der Lidfalte ab.

Konsistenz: Von flüssig bis pudrig

Mag der flüssige Lidschatten von Ellen Betrix auch besonders haltbar sein: Auf alle flüssigen trifft das keineswegs zu. Bei Yves Rocher schwächelte die Schminke auf den Lidern praktisch genauso schnell wie bei den „befriedigenden“ Pudern von Essence und Rossmann.

Der Spaß am Schminken vergeht, wenn sich Lidschatten schlecht entnehmen und verteilen lässt. Wie das klappt, hängt wesentlich von der Zusammensetzung ab. Die ist aber gar nicht so unterschiedlich, egal ob es sich um flüssige Produkte aus der Flasche handelt, um Creme oder Puderlidschatten: Ein wesentlicher Bestandteil sind Silikonöle und Wachse. Das gilt – ganz ähnlich wie bei Kompaktpuder – sogar für Puderlidschatten. Beim Schatten aus der Flasche kommen noch flüssige Trägersubstanzen dazu, die nach dem Auftragen schnell trocknen und einen Film hinterlassen.

Schwermetalle: Kein Problem

Und dann sind da natürlich vor allem die Farbstoffe. Lidschatten gibt es ja in praktisch allen Varianten von Grün über Lila bis zu Gold und Silber. Um Blei auf den Lidern muss sich aber niemand Sorgen machen. Schwermetalle fanden wir nur in Minimengen, deutlich weniger als zulässig und oft sogar an der Grenze dessen, was im Labor nachweisbar ist. Dass der Glanz und Glimmer der Testprodukte von echtem Perlmutt stammt, ist leider nur eine schöne Vorstellung. Er ist synthetisch.

Flüssige Lidschatten haben einen Schaumstoffapplikator am Deckel, der fürs Auftragen aber nicht immer sehr günstig geformt ist (Beispiel Betrix). Sonst sind meist keine Applikatoren dabei. Man kann sie aber für wenige Cent in der Drogerie kaufen. Bei Puder und Creme empfehlen Experten sogar das Auftragen per Finger (siehe „Schminktipps“).

Applikatoren: Sehr unterschiedlich

Zwei Lidschatten fallen aus dem Rahmen. Der von Avon sieht aus wie ein Lippenstift, die Konsistenz ist ganz ähnlich und er lässt sich auch herausdrehen. Die recht feste Farbe exakt auf die dünnen Augenlider aufzutragen, klappte aber nur begrenzt. Aus der Reihe tanzt auch Artdeco: Für das Minidöschen mit gerade mal 0,8 Gramm Inhalt braucht man einen speziellen Applikatorstift, an dessen anderem Ende noch Platz für ein zweites Döschen Farbe ist. Das mögen einige praktisch für die Handtasche finden. Teuer ist es auf jeden Fall: Der Applikator kostet 8,50 Euro, so viel wie auch ein Gramm von diesem teuren Puderlidschatten – der absolute Spitzenpreis im Test.

Lidschatten werden lange benutzt, mit der Zeit könnten sich schädliche Keime breitmachen. Das wäre aber gerade für die empfindliche Augenregion ungünstig. Konservierung muss daher sein, und die war bei allen Produkten in Ordnung.

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