Lidl-Kamera im Schnelltest Schnelltest

Lidl verkauft seit Montag eine Kleinbildsucherkamera für 12,99 Euro. Klingt nach Einwegkamera. Ist aber keine! Nachdem der erste Film geschossen wurde, kann in die KH 30 einfach wieder ein neuer einlegt werden. Ein Farbnegativfilm von Kodak liegt schon dabei. Ebenfalls im Set: eine Gürteltasche, eine Handgelenkschlaufe, zwei Alkalibatterien und eine Gebrauchsanleitung. Obwohl mehrfach verwendbar, liegen ihre Bilder nur auf dem Niveau von Einwegkameras.

Einfach loslegen

Die Inbetriebnahme dauert nur ein oder zwei Minuten und ist einfach. Batterien reinstecken, Film einlegen und einfädeln, Klappe zumachen, drei Mal den Auslöser drücken. Und los gehts. Doch Vorsicht: Der Film muss sorgfältig eingefädelt werden. Sonst kann es passieren, dass er nicht transportiert wird. Ein kleines rundes Fensterchen zeigt die aktuelle Bilderzahl an - wenn auch schlecht lesbar. Die KH 30 transportiert den Film automatisch. Der nächste Film sollte wieder eine Empfindlichkeit von 400 ISO haben. Bei weniger empfindlichen Filmen sinkt die Bildqualität erheblich.

Gruppenbild mit Dame

Der Durchsichtsucher ist für eine Kleinbildkamera dieser Preisklasse hell und gut überschaubar. Aber wie üblich nicht besonders präzise. Auf dem entwickelten Bild ist am Rand etwas mehr zu sehen als im Rahmen des Suchers. Die Kamera zeigt bei Nahaufnahmen bis circa fünf Meter eine recht passable Qualität. Ansehbare Erinnerungsfotos von Verwandten und Bekannten sind deshalb für Lidls Kamera kein Problem. Objekte, die weiter entfernt sind, werden nicht so scharf abgebildet. Das Objektiv hat mit 30 Millimeter eine Brennweite, die für eine Kleinbildkamera schon recht weitwinklig ist. Es ist daher für Aufnahmen von Personengruppen ganz gut geeignet.

Licht in der Nähe

In die KH 30 ist ein Blitzgerät eingebaut. Bei schlechten Lichtverhältnissen schaltet sich der Blitz automatisch zu. Er kann auch als Aufhellblitz benutzt werden. Erneut gilt: Das Lidl-Gerät mag die Nähe. Bis zu einer Entfernung von vier bis fünf Metern leuchtet der Blitz die Objekte ausreichend aus. Der Helligkeitsabfall zum Rand, der sowohl durch Blitz wie auch Objektiv bewirkt wird, hält sich dabei in Grenzen.

Einweg oder Mehrweg

Die Lidl-Kamera ist mit 12,99 Euro sehr günstig. Aber es geht noch billiger. Einwegkameras mit Blitz kosten in Kaufhäusern üblicherweise zwischen sechs und acht Euro. Deswegen wurden zwei Einwegkameras für sechs und acht Euro sowie eine Marken-Kleinbildkamera mit dem Lidl-Angebot verglichen. Die Lidl-Kamera lässt sich besser bedienen als die Einwegmodelle, ebenso ist ihr Sucher heller. Tasche und Schlaufe sind praktisches Zubehör. Vorausgesetzt der Film wurde richtig eingelegt, wird er automatisch transportiert. Der Blitz hat mehr Power. Fotofinish dagegen beim Rennen um die Bildqualität: Die Einwegkamera und die KH 30 liegen hier praktisch gleich auf.

Dieser Artikel ist hilfreich. 323 Nutzer finden das hilfreich.