Lidl-Digitalkamera Schnelltest

Die aktuelle Digitalkamera aus dem Lidl-Angebot sieht fast aus wie das Modell von September 2003. Einziger sichtbarer Unterschied: 5.0 statt 4.0 steht vorne drauf. Gemeint sind Megapixel. Fünf davon reichen für Bilder in Profiqualität. Theoretisch jedenfalls. Die Vorgängerin schaffte die damals versprochene Vier-Megapixel-Qualität nicht. Ob sich das aktuelle Modell besser schlägt, klärt der Schnelltest. Fest steht der Preis: 279 Euro kassiert Lidl für die Digitalkamera.

Selbstbefreiung beim Einschalten

Noch ein Unterschied zum September-Angebot: Statt mit bloß 64 Megabyte kommt die neue Nytech mit 128 Megabyte Speicher daher. Wie gewohnt ist an Zubehör alles Wichtige von der Trageschlaufe bis zum Akku-Lagegerät mit von der Partie. Auch das Design ist längst bekannt, und das ist bei der Nytech kein Nachteil: Angenehm klein und handlich kommt die Kamera daher und macht eine ganz gute Figur. Ebenfalls bekannt: Beim Einschalten der Kamera fährt das Objektiv aus. Wenn der Deckel noch davorsteckt, wird er abgesprengt und baumelt anschließend an der Schnur.

Selbst einfarbige Flächen bunt

So weit, so gut. Nichts wesentlich Neues leider beim Fotografieren. Die Nytech-Elektronik macht nur bescheidene Bilder. An Auflösung schafft sie 700 Linienpaare pro Bildhöhe. Das ist für fünf Megapixel eindeutig zu wenig. Theoretisch möglich ist eine Auflösung von 960 Linienpaaren. Die besten Fünf-Megapixel-Modelle im aktuellen Digitalkamera-Test schaffen bis zu 900 noch klar getrennte Linienpaare. Die Farbwiedergabe ist ganz anständig. Dafür ist in einfarbigen Flächen vor allem bei ungünstigen Lichtverhältnissen deutlich so genanntes Farbrauschen zu sehen. Das heißt: Die Fläche wird nicht wirklich einfarbig wiedergegeben, sondern setzt sich bei näherem Hinsehen aus zahlreichen unterschiedlich farbigen Bildpunkten zusammen.

Schneller scharf

Immerhin beim Scharfstellen ist neue Nytech besser als ihre Vorgängerin: Wesentlich zuverlässiger finden die Sensoren die richtige Einstellung. Ein Kunststück ist das allerdings nicht. Die Vorauflage der Kamera fand oft genug gar keine rechte Einstellung zum Motiv. Die Auslöseverzögerung ist immer noch zu hoch: Ein bis zwei Sekunden vergehen vom Druck auf den Auslöser bis zur Aufnahme. Echte Schnappschüsse sind damit unmöglich. Besser wirds mit Vorfokussieren: Wenn der Auslöser rechtzeitig vor der Aufnahme halb gedrückt wird, löst die Kamera innerhalb von einigen Zehntelsekunden aus, wenn er endgültig betätigt wird. Noch ein sichtbarer Fortschritt: Videosequenzen gelingen deutlich besser als mit der Vorgängerin. Als provisorische Bildsequenz zur Erinnerung sind die Videos der neuen Nytech damit brauchbar.

Langsamer speichern

Mehr Zeit als ihre Vorgängerin braucht die neue Nytech zum Speichern. Das alte Modell kam bei Vier-Megapixel-Aufnahmen mit rund drei Sekunden aus. Das aktuelle Modell braucht für fünf Megapixel rund vier Sekunden. Das Umschalten vom Aufnahme- in den Wiedergabemodus dauert drei, das Laden eines Bildes für die Wiedergabe zwei Sekunden. Von der Aufnahme eines missglückten Bildes übers Löschen bis zur nächsten Aufnahme vergehen knapp zehn Sekunden.

Bedienung wie gewohnt

Die Bedienung funktioniert wie gewohnt. Die Anordnung der Knöpfe und die Struktur der Menüs ist gut durchdacht. Nur Fotografen mit dicken Fingern tun sich mit den zierlichen Schaltern und Knöpfen zuweilen schwer. Die Bedienungsanleitung ist soweit in Ordnung. Einziges Manko: Das eingebaute Mikrophon ist weder benannt noch beschrieben. Wie es geht, muss sich der Benutzer selbst zusammenreimen. Auch zum Anschluss der Kamera an einen Fernseher verliert die Bedienungsanleitung weniger Worte als nötig wären.

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