Lidl-Digitalkamera Schnelltest

Lidl unternimmt in dieser Woche einen neuen Anlauf, Digitalkamerakäufer mit reichlich Megapixeln zu überzeugen. Inzwischen ist der Discounter bei sechs Millionen Bildpunkten pro Kamera angelangt. Kostenpunkt: 259 Euro. Skepsis ist angebracht. Die Nytech-Modelle mit vier und fünf Megapixeln schnitten im Schnelltest jeweils bescheiden ab. Noch so viele Bildpunkte nützen gar nichts, wenn von der theoretisch damit möglichen Schärfe nichts zu sehen ist. Doch das Sechs-Megapixel-Modell soll seine Chance bekommen. Der Schnelltest klärt, ob Käufer vom Punktgewinn profitieren.

Kaum Verbesserung

Viele Bildpunkte allein bringen keine Schärfe. Nur wenn Objektiv, Sensor und Elektronik gut aufeinander abgestimmt sind, fügen sich die Bildpunkte zu einem scharfen Abbild der Wirklichkeit. Daran haperts erneut. Der Zuwachs an Bildpunkten gegenüber dem Vorgängermodell bringt praktisch keine sichtbare Bildverbesserung. Die versprochene Sechs-Megapixel-Bildqualität bringt die neueste Nytech nicht ansatzweise.

Weniger ist oft mehr

Hinzu kommt: Auch an Farbe fehlt es den Schnäppchen-Schüssen mit der Kamera aus dem Lidl-Angebot. Die Wiedergabe erscheint flau. Besser als bei früheren Nytech-Modellen fällt die Bildqualität allerdings in dunklen Bildpartien aus. Das sonst bei Billigkameras oft störende Farbrauschen ist kaum zu sehen. Dennoch gilt: Anständige Markenkameras mit Zwei oder Drei-Megapixel-Sensor machen die besseren Bilder und kosten zum Teil sogar weniger. Vor allem Auslaufmodelle kommen oft mit gutem Preis-Leistungsverhältnis daher.

Fortschritt beim Tempo

So weit, so schlecht. Dennoch bietet die aktuelle Nytech gegenüber dem Vorgängermodell auch deutliche Fortschritte: Die Auslöseverzögerung liegt bei knapp unter einer Sekunde. Das ist nicht unbedingt rekordverdächtig, aber akzeptabel. Wird rechtzeitig vor der eigentlichen Aufnahme durch Antippen des Auslösers die Scharfstellung eingeleitet, ist die Auslöseverzögerung wie bei anderen Kameras auch überhaupt kein Thema mehr. Beim Abspeichern hat die neue Nytech das Tempo gegenüber ihrer Vorgängerin glatt verdoppelt. Ein Jpeg-Bild in der höchsten Auflösung ist in zwei Sekunden abgespeichert.

Bedienung ohne Tadel

Bei der Bedienung schlägt sich die neue Nytech ganz anständig. Nicht alles erschließt sich auf Anhieb, aber das Konzept ist durchdacht und die Bedienung dadurch schnell erlernt. Fortschritt im Detail: Der eingebaute Bildschirm ist deutlich größer als bei früheren Modellen. Zur Beurteilung des Motivs ist er gut geeignet. Die eigentliche Bildqualität allerdings lässt sich kaum erkennen. Für die Darstellung auf dem Bildschirm schönt die Kameraelektronik die Aufnahmen. Mängel bei Schärfe und Farbwiedergabe werden erst bei Bearbeitung der Bilder auf dem Computerbildschirm sichtbar.

Plus bei der Ausstattung

Ganz angenehm: Lidl liefert die Kamera mit zwei Akkus aus. Ärgerliche Fotopausen wegen Energiemangels lassen sich so leicht vermeiden. Auch gut: Die Akkus lassen sich anders als bei vielen anderen Geräten auch in der Kamera wieder aufladen und sind gegen Kurzschluss geschützt.

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