Ausgewählt, geprüft, bewertet

Im Test: Vier überregional bedeutende Augenkliniken an öffentlichen Krankenhäusern und sechs private, überregional tätige Klinikketten für plastisch-ästhetische Chirurgie. Drei geschulte Testperso­nen nahmen Beratungen aller Anbieter als Interessenten für einen lidchirurgischen Eingriff verdeckt in Anspruch (drei Beratungsfälle pro Anbieter). Sie baten um eine individuelle Eignungsuntersuchung und Beratung. Bei allen drei Testpersonen war ein lidchirurgischer Eingriff prinzipiell möglich.
Exemplarisch suchten die Testpersonen neun Praxen niedergelassener Ärzte mit dem Schwerpunkt Schönheitschirurgie in Hamburg, Düsseldorf und München je einmal auf. Ein Experte prüfte als Interessent drei ausländische schönheitschirurgische Zentren in Tschechien und Polen.
Erhebungszeitraum: Oktober 2007 bis Januar 2008. Angebotsmerkmale wurden in einer Anbieterbefragung im März 2008 erhoben.

Abwertung

Wenn die Aufklärung zu OP-Komplikationen und -Risiken „sehr lückenhaft“ war, wird Medizinische Beratung um eine Stufe abgewertet.

Medizinische Beratung

Fragen zu Motivation und Erwartungen: Zum Beispiel was Patienten an ihrer Lidstellung stört und welches OP-Ergebnis sie erwarten. Fragen zur Krankenge­schichte: Z. B. medizinische Vorgeschichte, ob bereits an­dere schönheitschirurgische Eingriffe durchgeführt wurden, Medikamenteneinnahme. Behandlungsmöglichkeiten und -empfehlung: Allgemeine Aufklärung zu lidchirurgischen Verfahren, zu Alternativen und die indi­viduelle Empfehlung einer geeigneten Behandlung. Aufklärung über OP-Kompli­kationen und -Risiken: Allge­meine und individuelle Komplikationen und Risiken einer chirurgischen Lidkorrektur. Hinweise zum OP-Ablauf: Z. B. Narkoseart, voraussichtliche Dauer bis zur vollständigen Genesung.

Untersuchungen

Bewertet wurde der Untersuchungsumfang. Zu den erwarteten Kernuntersuchungen zählen beispielsweise die Untersuchung der Gesichtshaut im Bereich Augenlider und Brauen, der Augenbrauenposition, das Ausmessen der Lidspalte und Lidfurche, eine Sehschärfenbestimmung.

Patientenorientierung

Bewertet wurde, ob Patienten aktiv und transpa­rent über die Qualifikation des behandelnden ­Arztes, die zu erwartenden Kosten der Operation und den weiteren Ablauf aufgeklärt wurden. Patienten sollten sich nicht zum Eingriff gedrängt fühlen und schriftliche Informationen (zum Beispiel den Befund) erhalten. Das Klinik- bzw. Praxisteam sollte sich um eine angenehme, freundliche At­mosphäre bemüht haben.

Vorabinformation und Service

Bewertet wurden die telefonische Erreichbarkeit und Vorinformation zum Untersuchungstermin sowie Zeitaufwand und Kosten der Beratung.

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