Oh, wie so trügerisch... sind Lichthupen im Straßenverkehr. Das fand das Oberlandesgericht Hamm und entschied, dass Autofahrer auch dann für Vorfahrtsverstöße haften müssen, wenn ihnen der Vorfahrtsberechtigte vermeintlich das Zeichen zum Losfahren gegeben hat (Az. 9 U 88/99).

Eine Autofahrerin hatte sich zum Linksabbiegen eingeordnet. Eine entgegenkommende Fahrerin bremste daraufhin ab und gab ein Lichtsignal. Die Abbiegerin verstand das als Wink loszufahren, fuhr an ­ und es krachte. Im Prozess um die Schäden der vorfahrtsberechtigten Lichthuperin wurde die irritierte Abbiegerin nun zu Ersatz verdonnert.

Die Richter fanden, dass man nur bei eindeutiger Verständigung auf das Vorfahrtsrecht verzichte. Kurzes Abstoppen, verzögertes Fahren und eine kurze Lichthupe reichten nicht aus. Vor allem letztere könne ja auch als Aufforderung zum Warten verstanden werden.

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