Lichterketten Test

Warmes Licht. Auf den ersten Blick lassen sich Glühlämp­chen und LEDs oft kaum unterscheiden.

Glühlämp­chen waren gestern. Moderne Weihnachts­beleuchtung sorgt dank LED-Technik mit wenig Strom für ein besinn­liches Flair – mit Sicherheit.

„Advent, Advent, ein Licht­lein brennt.“ Ein Licht­lein? Von wegen – jedes Jahr zur Vorweihnachts­zeit verwandeln sich Gärten, Balkone und Wohn­zimmer in Lichter­meere. Spätestens wenn die Nach­barn die Fest­beleuchtung bis hinauf in die Tannenspitzen glitzern lassen, machen sich viele daran, das trübe Dezem­berg­rau mit hellem Lichter­glanz zu vertreiben.

Schon ist die alte Lichterkette hervorgekramt. Doch funk­tioniert die über­haupt noch? So mancher Test an der Steck­dose endet mit Frust, weil einzelne Glühlämp­chen duster bleiben – oder gar alle streiken. Die Suche nach geeignetem Ersatz wird schnell zu einer größeren Aktion.

LEDs deutlich über­legen

Lichterketten Test

Farbaus­wahl. LEDs leuchten hell­rot (Ikea), warm (Idena) oder bläulich-kalt (Osram).

Immer weniger der im Handel angebotenen Lichterketten leuchten mit Glüh­lampen. LEDs verdrängen sie zunehmend. Zu Recht. Die moderne Technik schneidet im Test besser ab – sie funk­tioniert viel stromsparender und ist sicherer.

Insgesamt 18 exemplarisch ausgewählte Weihnachts­beleuchtungen stellten wir auf den Prüf­stand. Nur drei sind mit klassischen Glühlämp­chen bestückt. Von diesen weisen zwei Mängel bei Stabilität und Sicherheit auf. Von den 15 getesteten LED-Produkten glänzen 8 mit guter Energieeffizienz. Etwas funzelig leuchten die drei batterie­betriebenen LED-Deko-Lichter.

Strom­verbrauch wie ein Kühl­schrank

Wie hell eine Weihnachts­beleuchtung strahlt, hängt von ihrer Länge, der Lampen­anzahl und den einzelnen Licht­quellen ab. So verspricht zwar die Verpackung des besonders hellen 9-Meter-Licht­schlauchs von Globo satte 745 Lumen – gemessen haben wir nur etwa die Hälfte. Die mick­rige Licht­ausbeute der 324 Glühlämp­chen ist der Grund für das schlechte Abschneiden bei der Energieeffizienz. Der Schlauch verursacht im 1 000-Stunden-Betrieb, also sechs Wochen lang im einge­schalteten Zustand, Strom­kosten von rund 37 Euro. Das ist mehr als ein kleiner, spar­samer Kühl­schrank im ganzen Jahr verbraucht.

1 000 Stunden Licht für 2 Euro

Lichterketten Test

Lichter­orgie. Wer sein Haus aufwendig illuminieren möchte, sollte auf stromsparende LED-Technik setzen.

Ein Umstieg auf LED-Beleuchtung reduziert den Energieverbrauch drastisch: Bei den meisten geprüften Lichterketten kosten 1 000 Brenn­stunden nur ein bis zwei Euro. Grund: Pro Watt erzeugt eine Leucht­diode oft sechs- bis zehnmal so viel Licht wie eine Glüh­lampe. Da muss sich niemand mit einem schlechten Öko-Gewissen plagen – auch wenn er eine längere oder gleich mehrere Ketten ans Stromnetz hängt.

Batterie­betriebene LEDs verbrauchen relativ wenig Strom. Günstig ist das trotzdem nicht immer. Beispiel: In jeder der kabellosen Kerzen von Innocom steckt eine Mignonzelle. Laut Gebrauchs­anleitung ist alle 150 bis 180 Stunden ein Austausch fällig. Hoch­gerechnet auf 1 000 Brenn­stunden wären dann für das Set mit 10 Kerzen rund 60 Mignon­zellen erforderlich. Da lohnt es sich, das Licht öfter auszuschalten.

Die Minikette Önskan von Ikea kostet nur 2 Euro. Im Test entpuppte sie sich jedoch als billig im doppelten Wort­sinn: Von 6 Prüf­mustern funk­tionierten 3 von Anfang an nicht. Wer derartige Über­raschungen vermeiden will, probiert Lichterketten vor dem Kauf aus und lässt Murks liegen.

In Sachen elektrische Sicherheit muss sich bei Batterie­systemen niemand sorgen. Auch die elf strom­betriebenen LED-Lichterketten sind recht unpro­blematisch: Ihre Netz­teile wandeln die 230 Volt aus der Steck­dose in harmlose Schutz­kleinspannung um. Reißt eine Lampe ab und berührt der Nutzer einen Draht, droht keine Gefahr.

Probleme mit Stabilität und Sicherheit

Anders bei den beiden Licht­schläuchen und zwei Ketten mit Glühlämp­chen: Hier gelangen die 230 Volt bis zu den einzelnen Licht­quellen. Strenge Norman­forderungen an die Isolation sorgen für Sicherheit.

Lichterketten Test

Licht­schlauch mit Glüh­lampen: Globo, 13,00 Euro.

Ärgerlich: Das Foto auf der Verpackung des Globo-Licht­schlauchs zeigt die Illuminierung eines Swimmingpools. Dafür aber ist ein solches 230-Volt-Produkt unge­eignet. Unsere Tester entdeckten auch dünnere Drähte als von der Norm gefordert: Wird der Schlauch etwa an einen Baum oder eine Fassade gehängt, soll sein Eigengewicht die Stromleiter auf Dauer nicht über­lasten. Unseren kurz­zeitigen Belastungs­test über­lebte er. Urteil für Stabilität und Sicherheit: ausreichend.

Die Glühlämp­chen der Lichterkette von Deco Heitmann erwärmen sich bereits im Normal­betrieb relativ stark – erst recht, wenn Lämp­chen kaputt­gehen. Damit die anderen Lampen weiterleuchten, fließt der Strom dann über elektrische Widerstände an den defekten Wolf­ramdrähten vorbei. Die Prüfer simulierten diesen Fall im sogenannten Brückentest. Ergebnis: Einzelne Lämp­chen können sich auf über 200 Grad erhitzen. Ihre Kunst­stoff­dichtungen beginnen zu qualmen und zu schmoren.

Der LED-Lichterkette von Logo attestierten die Tester ein hohes Maß an Sicherheit. Im Wider­spruch dazu steht die über­vorsichtige Anleitung des Anbieters. Danach soll der Käufer das Produkt nicht „für längere Zeit unbe­aufsichtigt“ betreiben. Das ist zwar Unfug – doch immerhin könnte das empfohlene ständige Hingu­cken auf den schönen Lichter­schein für früh­zeitige Weihnachts­stimmung sorgen.

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