Diese Techniken funk­tionieren nicht: Auf das Lesen nicht über­trag­bar

Blick­bewegungen optimieren. Einige Programme wollen das Lesen beschleunigen, indem die Nutzer ihre Blick­bewegungen trainieren. Dafür sollen sie zum Beispiel Kreise beob­achten, die in zufäl­ligen Zick-Zack-­Bewegungen über den Bild­schirm springen. Aus Expertensicht ist das Verfolgen umher­springender geometrischer Muster für Menschen mit normaler Augen­beweglich­keit jedoch Quatsch. Die Blick­bewegung beim Nach­verfolgen von Kreisen lässt sich nämlich nicht auf die beim Lesen über­tragen. Beim Lesen wandert das Auge nicht unge­richtet, sondern gezielt über den Text.

Blick­spanne erweitern. Manche Übungen zielen darauf ab, den Bereich zu erweitern, in dem das Auge Buch­staben erkennen kann. Um das zu trainieren, sollen die Nutzer Figuren wie Kreise, Quadrate oder Bilder, zum Beispiel von Elefanten, beim Wachsen zusehen: Sie werden von Zeile zu Zeile größer. Das erweitert angeblich die Blick­spanne. Doch die Blick­spanne ist physiologisch vorgegeben und nicht beliebig veränder­bar. Noch dazu ist aus Expertensicht fraglich, ob die Fähig­keit, immer größere Kreise zu ­erkennen, sich auf das Lesen über­tragen ließe. Lese­forscher halten diese Methode daher für Unsinn.

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