Leserfrage Meldung

Wer den Kauf widerruft, zahlt mitunter das Porto.

Ich habe bei einem kleinen Online­shop eine Jacke für 70 Euro auf Rechnung gekauft. Weil sie mir nicht gefallen hat, habe ich den Kauf nach der Lieferung sofort widerrufen. Nun soll ich die Kosten der Rück­sendung bezahlen. Ist das korrekt?

Ja. Für die Kosten einer Rück­sendung nach einem Widerruf gilt beim Onlineeinkauf bis zum 13. Juni zwar grund­sätzlich die 40-Euro-Regel: Dem Verbraucher kann das Rück­porto nur auferlegt werden, wenn der Preis der Ware bis zu 40 Euro beträgt. Diese Preis­grenze gilt aber nicht, wenn der Käufer zum Zeit­punkt des Widerrufs noch nicht bezahlt hat. Wer auf Rechnung Ware bestellt, hat in der Regel beim Widerruf noch nicht bezahlt. Das heißt: Sie müssen die 70-Euro-Jacke auf Ihre Kosten zurück­schi­cken. In jedem Fall muss diese für Käufer unerwartete Kosten­regel schon bei der Bestellung im Kauf­vertrag gestanden haben. Sonst trägt der Verkäufer doch die Kosten der Rück­sendung. Ab 13. Juni 2014 fällt die 40-Euro-Regel weg. Dann kann der Händler dem Kunden das Rück­porto stets auferlegen, unabhängig vom Kauf­preis. Es ist aber zu erwarten, dass viele Shops freiwil­lig das Porto einer Retoure über­nehmen werden, um keine Kunden zu verlieren.

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