Ein Jahr nach Kauf eines Neuwagens reklamierte ich beim Händler einen Schaden am Getriebe. Beginnt die zweijäh­rige Frist für Reklamationen nach Austausch des Getriebes nun noch einmal neu zu laufen?

Das hängt vor allem von der Bedeutung des Mangels und vom Verhalten des Verkäufers im Einzel­fall ab. Bei Bagatellen wie beispiels­weise dem Wechsel einer defekten Glühbirne wird die Frist in der Regel nicht neu beginnen.

Bei Ihnen war allerdings der Austausch eines Getriebes notwendig. Hier wird man sicherlich von einem bedeut­samen Mangel ausgehen können. In solchen Fällen beginnt die Reklamations­frist neu zu laufen. Nach der Reparatur haben Sie weitere zwei Jahre Mängel­ansprüche bezüglich des Getriebes. Aber: Das gilt nicht, wenn der Verkäufer Ihr Recht auf Mängel­beseitigung bestritten hat und nur aus Kulanz den Getrie­beschaden behoben hat.

Besser sieht es für Kunden aus, die vom Verkäufer keine Reparatur des Mangels, sondern ein neues Auto geliefert bekommen haben. Der Bundes­gerichts­hof geht dann in der Regel vom Neubeginn der zweijäh­rigen Frist für das gesamte Auto aus (Az. VIII ZR 16/05).

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