Leser­aufruf Was unternehmen Sie, wenn die Kasse nicht zahlt?

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Leser­aufruf - Was unternehmen Sie, wenn die Kasse nicht zahlt?
Ärger ums Hörgerät. Wenn die Kasse nicht zahlen will, landet der Streit manchmal auch vor Gericht. © Thinkstock

Die Krankenkasse kürzt bei der Physio­therapie, will ein teures Hörgerät nicht zahlen oder lehnt eine Kur ab. Die Pflegekasse gewährt nicht den – aus Sicht des Betroffenen – angemessenen Pfle­gegrad oder will die Kosten für ein spezielles Pflegebett nicht über­nehmen. Gegen solche Entscheidungen ihrer Krankenkasse können Versicherte Wider­spruch einlegen. Hatten Sie schon einmal Ärger mit Ihrer Kasse? Ihre Erfahrungen interes­sieren uns: Schreiben Sie an widerspruch-kk@stiftung-warentest.de!

[Update 20.06.2019] Vielen Dank für Ihre zahlreichen Einsendungen. Wir haben die Ergeb­nisse in unserem Artikel Widerspruch einlegen zusammengefasst.]

Wider­sprechen kostet nichts

Immer wieder kommt es vor, dass eine Krankenkasse für bestimmte Leistungen nicht zahlen will, obwohl der Versicherte der Meinung ist, dass ihm die Leistung zusteht. Versicherte haben das Recht, Wider­spruch einzulegen, wenn sie mit einer Entscheidung ihrer Kranken- oder Pflegekasse unzufrieden sind. Das kostet nichts und ist gar nicht schwer. In vielen Fällen lohnt die Mühe. Bei Ärger mit der Kasse hilft auch der Patientenbeauftragte. Zahlreiche Infos erhalten Versicherte auch bei ihrer Kasse oder dem Gesundheitsministerium oder den Kassenärztlichen Vereinigungen.

Klage vorm Sozialge­richt

Selbst wenn der Wider­spruch nicht erfolg­reich ist, ist noch nicht aller Tage Abend: Dann besteht die Möglich­keit, beim Sozialge­richt zu klagen. Die Gerichts- und Anwalts­kosten sind deutlich geringer als bei anderen Gerichten, und falls der Versicherte verliert, muss er – anders als im Zivilrecht – auch nicht die gegnerischen Kosten tragen.

Schildern Sie uns Ihre Erfahrungen!

In einer der nächsten Ausgaben unserer Zeit­schrift test wollen wir darstellen, welche Rechte Versicherte gegen­über ihrer Kranken- und Pflege­versicherung haben und wie das Wider­spruch­verfahren in der Praxis läuft. Dafür suchen wir gesetzlich Versicherte, die in den letzten drei Jahren Wider­spruch bei ihrer Kasse einge­legt haben. Schildern Sie uns Ihre Erfahrungen!

Dabei interes­sieren uns folgende Fragen besonders:

  • Mit welcher Entscheidung Ihrer Kasse waren Sie nicht einverstanden?
  • Wie sind Sie vorgegangen
  • Wie hat Ihre Kasse reagiert?
  • Was haben Sie erreicht?

Bitte schreiben Sie uns bis zum 10. April 2017 per E-Mail an:

widerspruch-kk@stiftung-warentest.de

oder per Post an:

Stiftung Warentest
Stich­wort Wider­spruch Krankenkasse
Lützowplatz 11–13,10785 Berlin.

Ihre Angaben werden selbst­verständlich vertraulich behandelt. Unsere Auswertung der Leser­zuschriften werden wir auch auf test.de veröffent­lichen. Ihren Namen nennen wir nur, insofern Sie uns dafür ausdrück­lich Ihre Zustimmung gegeben haben. Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

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Antefix am 29.03.2017 um 10:22 Uhr
Hochsensibles Thema

Meine deutlichsten Erkenntnisse mit der Krankenkasse liegen zehn Jahre zurück, reichen dafür aber bis zum endlichen landgerichtlichen Erfolg: Es beginnt stets mit der individuellen Auffassungs- oder Empathiebegabung des/der Sachbearbeiterin nach Art und Weise des (zumeist) persönlichen Vortrags in der nächstgelegenen Geschäftsstelle. Meine KK wurde inzwischen "entpersonalisiert" -- das u.U. als sympathisch und zugewandt bekannte Fachpersonal darf nicht mehr selbst befürworten, muss vielmehr schriftlich einer Zentralstelle vorlegen. Mitgliedspatienten tragen im Zweifel also "zu Protokoll der Geschäftsstelle" vor und müssen brav - manchmal unter Schmerzen - abwarten, ob bzw. in welcher Kostenhöhe genehmigt wird. Keine Frage, dass damit Folgen bekannt gewordenen Mißbrauchs entgegengewirkt wird. Das war jedoch immer eine Frage gesundheitspolitischer Regelvorgaben: Veles ist bisher nicht gelungen oder wird vernachlässigt -- solange 'die Kassen' der Kassen gefüllt sind.