Leseraufruf „Provisionen bei Geldanlage“ Helfen Sie Finanztest

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Kreditinstitute und Finanzvermittler klären ihre Kunden häufig nicht ordnungsgemäß über Provisionen auf, die sie für die Vermittlung von Finanzprodukten erhalten. Dabei müssen sie Anleger im Rahmen der Anlagevermittlung generell darüber informieren, was sie an Vertriebsvergütungen erhalten. Finanztest benötigt Ihre Hilfe. Hat Ihre Bank Ihnen die Provisionen für die von Ihnen getätigten Anlagegeschäfte offen gelegt?

Schadenersatz und Rückabwicklung der Geschäfte möglich

Als Vertriebsvergütungen zählen Abschluss- und auch Bestandsprovisionen, die auch als Kick-backs bezeichnet werden. Nur so könne ein Kunde prüfen, ob die Bank ihm eine Geldanlage nicht nur empfehle, weil sie selbst daran besonders gut verdient, hat der Bundesgerichtshof entschieden und fordert auch das Wertpapierhandelsgesetz. Anleger, die über Provisionen nicht aufgeklärt wurden, können Schadenersatz und Rückabwicklung der Geschäfte fordern beziehungsweise letztlich einklagen. Zur Frage, ob Anleger stattdessen auch die Herausgabe der Provisionen fordern können, haben die Richter des Bundesgerichtshofs noch nicht entschieden.

Kennen Sie die Provisionen für ihre Geldanlagen?

Finanztest möchte von Ihnen wissen, ob und wie sich Ihre Bank/Sparkasse oder Ihr Vermittler an die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes und an das Wertpapierhandelsgesetz hält. Wurden Ihnen alle Provisionen offenlegt – und wenn ja wie? Beim Kauf folgender Finanzprodukte ist das wichtig: Investmentfonds, Aktien, Zertifikate, offene und geschlossene Immobilienfonds oder langjährige Beteiligungen an Unternehmen. Folgende Kosten muss die Bank nennen: Abschlussprovisionen, die die Bank etwa von dem Herausgeber eines Wertpapiers oder dem Anbieter einer Beteiligung für die Vermittlung kassiert. Es geht aber auch um Bestands- und Platzierungsprovisionen. Außerdem möchte Finanztest von Ihnen wissen, ob Sie Ihre Bank/Finanzvermittler schon einmal aufgefordert haben, Ihnen Provisionen zu erstatten und wie diese darauf reagiert haben.

Bitte schreiben Sie bis zum 18. April an:
Finanztest
Stichwort Vermögensverwaltung
Lützowplatz 11–13
10785 Berlin

oder an
kick-back@stiftung-warentest.de

Falls die Experten von Finanztest weitere Fragen zu Ihrem Fall haben, würden sie sich gern mit Ihnen in Verbindung setzen. Selbstverständlich werden alle Ihre Informationen vertraulich behandelt und die Daten nicht an Dritte weitergegeben. Finanztest bedankt sich schon jetzt ganz herzlich für Ihre Teilnahme.

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Brandwein am 23.03.2011 um 12:16 Uhr
Salvator Genussscheine

Habe über WPH Driver & Bengsch/Accessio AG im Juli 2007 Genussscheine erworben. Dabei wurden keinerlei Angaben über Provisionen oder ähnliches gemacht.
Habe unabhängig davon eine Mediation wegen Falschberatung angestrebt.
Nachdem ich ewig hingehalten wurde (auch von der BaFin) ging ich zum Rechtsanwalt: Das WPH bzw. die Accessio AG gibt es nicht mehr.
Bin Invalidenrentner, 68 Jahre alt, mein Mann ist 73 Jahre alt.
Wir zahlen keine Steuern, unsere Renten liegen unter dem pfändbaren Betrag.

ThomasLieg am 22.03.2011 um 19:31 Uhr
BGH Az.III ZR 170/10

Sehr geehrte Damen und Herren,
Der BGH bestätigt in einer Entscheidung vom 3. März (Az.III ZR 170/10), dass Anlageberater auf Rechtssicherheit in Fragen Provisionsoffenlegung setzen können.
Soll heißen: Anders als Banker brauchen Finanzdienstleister nicht direkt darauf aufmerksam machen und müssen auch nicht die Höhe benennen.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Liegmann