Leser­aufruf Private Kranken­versicherung Meldung

Privat Kranken­versicherte haben jeder­zeit das Recht, den Tarif zu wechseln.

Der Verband der Privaten Kranken­versicherung hat Beitrags­steigerungen für Privatversicherte angekündigt. Begründung: Nied­rige Zinsen sowie gestiegene Aufwendungen für medizi­nische Leistungen. In einigen Tarifen werde es zu „untypisch starken Beitrags­erhöhungen“ kommen. Dem Kostenschock entgehen kann mancher privat Versicherte, indem er in einen güns­tigeren Tarif beim gleichen Versicherer wechselt. Wir wollen wissen, wie das Wechselrecht in der Praxis funk­tioniert und benötigen dabei Ihre Hilfe. Haben Sie aktuell den Tarif gewechselt? Ihre Erfahrungen interes­sieren uns! Schreiben Sie an pkv-tarifwechsel@stiftung-warentest.de.

Zu den Umfra­geergeb­nissen Private Krankenversicherung.

Lang­jährig Versicherte besonders betroffen

Vor allem für lang­jährig privat Versicherte können Beitrags­erhöhungen zum Problem werden:

  • Je länger jemand schon im Vertrag ist, desto stärker wirkt sich eine Beitrags­anpassung aus. Erhöht der Versicherer die Beiträge, weil er dauer­haft mehr Geld für Behand­lungs­kosten ausgibt als ursprüng­lich kalkuliert, müssen nämlich auch die Alterungs­rück­stel­lungen rück­wirkend entsprechend aufgefüllt werden. Je älter der Vertrag, desto mehr Geld muss dort nachgelegt werden.
  • Ein Wechsel zu einer anderen privaten Versicherungs­gesell­schaft ist für ältere Kunden meist nicht mehr sinn­voll, da sie ihre über viele Jahre gebildeten Alterungs­rück­stel­lungen nicht mitnehmen können und beim neuen Versicherer deshalb höhere Beiträge zahlen müssten. Außerdem können die Versicherer Neukunden auch wegen Vorerkrankungen ablehnen.
  • Der Rückweg in die gesetzliche Krankenkasse ist ab dem 55. Lebens­jahr ebenfalls versperrt – von wenigen Ausnahmen abge­sehen. Mehr dazu in unserem Special Zurück in die gesetzliche Kasse – so gehts.

Hilfe vom Gesetz­geber

Um Versicherten in dieser Situation zu helfen, hat der Gesetz­geber ihnen das Recht einge­räumt, in jeden gleich­artigen Tarif ihres Versicherers zu wechseln und dabei alle ihre im bisherigen Vertrag erworbenen Rechte samt der voll­ständigen Alterungs­rück­stellung mitzunehmen. „Gleich­artig“ bedeutet dabei nicht, dass die Leistungen identisch sein müssen, sondern nur, dass man zum, Beispiel nicht von einer Kranken­tagegeld­versicherung in eine Voll­versicherung mit ambulanten, stationären und Zahn­leistungen wechseln kann.

Tipp: Umfassende Informationen, wie Kunden durch einen Tarifwechsel Geld sparen können und welche Rechte sie gegen­über ihrem privaten Kranken­versicherer haben, bietet unser Special Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung.

Wechselrecht nicht an Termin gebunden

Versicherte haben jeder­zeit das Recht, den Tarif zu wechseln – sie können dies auch im Lauf der Zeit mehr­mals tun, falls die Beiträge im neuen Tarif ihnen erneut zu hoch werden. Sie brauchen auch nicht das Ende des Versicherungs­jahrs oder die nächste Beitrags­erhöhung abzu­warten, sondern können sich unabhängig davon an ihren Versicherer wenden. Bei jeder Beitrags­erhöhung sind die Unternehmen jedoch verpflichtet, ihre Kunden auf das Tarifwechselrecht aufmerk­sam zu machen. Versicherten ab 60 Jahren müssen sie dann sogar konkrete Tarife nennen, in die sie wechseln könnten, um ihre Beiträge zu reduzieren.

Finanztest sucht Tarifwechsler

Für unsere nächste Publikation zum Thema suchen wir Privatversicherte, die in der letzten Zeit den Tarif gewechselt haben oder gerade dabei sind. Dabei interes­sieren uns folgende Fragen besonders:

  • Wie sind Sie vorgegangen?
  • Wie hat Ihr Versicherer reagiert?
  • Haben Sie sich beraten oder von einem speziellen Dienst­leister helfen lassen?
  • Was haben Sie erreicht?

Bitte schreiben Sie bis zum 30. November 2016 an:

pkv-tarifwechsel@stiftung-warentest.de

oder:

Finanztest
Stich­wort PKV-Tarifwechsel
Lützowplatz 11–13
10785 Berlin.

Selbst­verständlich behandeln wir Ihre Daten vertraulich. Vielen Dank!

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