Leser­aufruf Haft­pflicht­versicherungen Kampf ums Schmerzens­geld

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Eigentlich sind Opfer von Verkehrs­unfällen und Behand­lungs­fehlern finanziell abge­sichert. Schaden­ersatz und Schmerzensgeld muss die Haft­pflicht­versicherung des Unfall­ver­ursachers zahlen oder die Berufs­haft­pflicht von Arzt oder Heb­amme. Doch immer öfter klagen Opfer und Rechts­anwälte: Die Versicherer zahlen zu spät und zu wenig. Wie sind Ihre Erfahrungen? test.de freut sich auf zahlreiche Zusendungen!

Opfer im Nachteil

Über einen typischen Fall berichtet Finanztest: Sieben lange Jahre dauerte es, bis Motor­radfahrer Norbert Goergen endlich Schmerzens­geld bekam, nachdem ihn ein Traktor angefahren hatte und er schwer gestürzt war. Schon von Rechts wegen sind schwer­verletzte Opfer gegen­über dem Haft­pflicht­versicherer im Nachteil. Der Versicherer muss und darf nur zahlen, wenn Schäden nachgewiesen sind. Oft sind Sach­verständigen­gut­achten nötig. Wenn Opfer ohne Rechts­schutz­versicherung oder Anspruch auf Prozess­kosten­hilfe vor Gericht ziehen wollen, müssen sie zunächst die Gerichts­kosten einzahlen. Bei Goergen waren das 3 648 Euro. Auch für Gutachten muss zunächst das Opfer zahlen. Es hat die Beweislast. Ganz schnell kommen Beträge von weit über 10 000 Euro zusammen.

Versicherer unter Verdacht

Gerade in tragischen Fällen mit schweren Verletzungen und bleibenden Schäden berichten Opfer und ihre Anwälte immer wieder: Versicherer verteidigen sich nicht nur gegen womöglich unbe­rechtigte Ansprüche, sondern versuchen stets, so billig wie möglich davon zu kommen. Schließ­lich haben Opfer ohne Rechts­schutz­versicherung oder Recht auf Prozess­hilfe oft nicht das Geld und die Nerven, um vor Gericht um ihr Recht zu kämpfen. Der Gesamt­verband der deutschen Versicherungs­wirt­schaft (GDV) dementiert. „99,4 Prozent der Fälle im Schaden-Unfall-Bereich werden reibungs­los reguliert“, sagt Bernhard Gause, Mitglied der GDV-Haupt­geschäfts­führung.

Schreiben Sie uns!

Schreiben Sie uns, wenn ein Haft­pflicht­versicherer Ihnen nach einem Unfall oder Behand­lungs­fehler Schaden­ersatz und Schmerzens­geld zu zahlen hatte. Hat er zügig und voll­ständig gezahlt? Welche Belege mussten Sie vorlegen? Wenn er sich ganz oder teil­weise geweigert hat: Welchen Grund hat er genannt?

Schreiben Sie bitte an: schadenregulierung@stiftung-warentest.de

Schi­cken Sie bitte zunächst keine Unterlagen mit. test.de wird bei Bedarf nach­fragen. Selbst­verständlich wird test.de ohne Ihr Einverständnis weder Ihren Namen nennen noch Einzel­heiten, die Ihre Identifizierung ermöglichen.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 30.05.2014 um 10:02 Uhr
was bringt hier eine gute Note..

@columbo: Um herauszufinden, ob die Schadensregulierung bei den Versicherern reibungslos oder nur mit Mühen funktioniert, haben wir unseren Leseraufruf veröffentlicht. Wenn Sie also konkrete schlechte Erfahrungen mit dem in Ihrem Kommentar kritisierten Anbieter gemacht haben, würden wir uns über Ihren Erfahrungsbericht sehr freuen. Bitte schreiben Sie uns: schadenregulierung@stiftung-warentest.de oder direkt an den Leserservice: finanztest@stiftung-warentest.de (PH)

columbo am 28.05.2014 um 14:55 Uhr
was bringt hier eine gute Note ..

wenn man sich systematisch weigert, den Schaden zu regulieren. Gemeint ist die Asstel Versicherung, die in der Ausgabe 12/12 eine Traumnote von 0,7 erhalten hat. Klar, Finanztest kann nicht prüfen, ob die Versicherungen miese Politik betreiben. Nichtsdestotrotz empfehle ich jedem, eine Privathaftpflichtversicherung über einen Versicherungsvertreter abzuschließen. Vor der Asstel hatte ich über einen Vertreter eine Haftpflicht bei Ergo und davor Hanse Merkur abgeschlossen. Bei beiden wurde die Regulierung umgehend und anstandslos akzeptiert, anders als bei Direktversicherungen. Daher meine Empfehlung: immer über einen Versicherungsmakler ..