Leitzins der EZB Meldung

Die Europäische Zental­bank hat den Leitzins auf das neue historische Tief von null Prozent gesenkt. Sparer müssen sich auf ein weiteres Absa­cken der Gutha­benzinsen einstellen. Hausbauer können sich freuen. Die Kosten für Immobilien­kredite sind so nied­rig wie nie und werden tendenziell weiter nach unten gehen.

Sparer haben keine Freude

Sparer müssen weiter leiden. Hatten sie im Dezember 2015 noch Hoff­nung geschöpft, als die US-Noten­bank Fed die Zins­wende einläutete, sind sie nun enttäuscht worden: Die Europäische Zental­bank (EZB) hat erneut den Leitzins gesenkt – auf Null Prozent (zuvor 0,05 Prozent). Die Zinsen für Tages­geld, Fest­geld und Spar­briefe werden weiter sinken. Bereits jetzt zahlen viele Filial­banken für Guthaben auf Giro- oder Tages­geld­konten keine Zinsen mehr. Anleger, die noch ein wenig Rendite haben wollen, sollten zu den besten Zinsanbietern wechseln.

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Anleger müssen Minuszinsen nicht fürchten

Angst vor negativen Zinsen müssen Sparer aber nicht haben. Strafzinsen gibt es nur für Kredit­institute, die bei der EZB ihr Geld deponieren, anstatt es an Unternehmen oder Verbraucher zu verleihen. Banken zahlen künftig einen Strafzins von –0,4 Prozent. Bisher waren es –0,3 Prozent. Damit will die EZB die Deflation bekämpfen und Finanz­institute dazu bringen, mehr Kredite zu vergeben.

Die Teuerungs­rate liegt bei null

Wer als Sparer wissen will, wie hoch sein Verlust durch die Minizinsen ist, muss sich immer auch die Inflations­rate anschauen. Sie sagt, wie hoch der Preis von Verbrauchs­gütern heute im Vergleich zum Vorjahr ist. In Deutsch­land lag die Teuerungs­rate im Februar 2016 bei null Prozent im Vergleich zum Vorjahres­monat. Im Januar 2016 hatte die Inflations­rate noch bei 0,5 Prozent gelegen. Das Statistische Bundes­amt begründet die Entwick­lung mit der dämpfenden Wirkung der nied­rigen Energiepreise. Sparern bleibt der Trost, dass sie bei einer Teuerungs­rate von null Prozent keinen realen Verlust ihrer Einlagen hinnehmen müssen. Realer Verlust heißt, die Inflation ist höher als die Verzinsung.

Bauzinsen sind nied­rig wie nie

Freuen dürfen sich alle, die eine Immobilie kaufen oder bauen wollen. Die Bauzinsen sind bereits jetzt auf historisch nied­rigem Niveau. Für Baukredite mit 20-jähriger Zins­bindung müssen Häuslebauer bei den güns­tigsten Banken nicht einmal mehr 2 Prozent pro Jahr zahlen. Das zeigt der aktuelle Test Eigenheimfinanzierung - Hauskauf: Kredite ab 0,5 Prozent (Finanztest 03/2016). In den zurück­liegenden Jahren sind die Bauzinsen stetig nach unten gegangen. Die Zins­senkung der EZB muss nicht zwangs­läufig dazu führen, dass Baugeld noch billiger wird. Aber: Bauherren und Immobilienkäufer müssen zumindest in nächster Zeit keine Verteuerung fürchten.

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Mehr Rendite mit Aktien

Privat­anleger sollten die Null­zins­phase nutzen und über eine neue Zusammenset­zung ihres Vermögens nach­denken. Aktien – oder besser Aktienfonds – sind trotz aller Schwankungen eine interes­sante Möglich­keit, mehr Rendite zu erzielen, vor allem wenn das Geld länger­fristig angelegt wird. Mit Aktien gehen Anleger ein größeres Risiko ein. Sie sind keine sichere Geld­anlage. Vielmehr können ihre Kurse stark schwanken. Eine Geld­anlage mit über­schaubarem Risiko bieten breit gestreute Aktienfonds, wie zum Beispiel Indexfonds auf den Welt­aktien­index MSCI World. Schon ein Anteil von 15 bis 20 Prozent Aktienfonds im Depot genügt, um die Chance auf eine höhere Gesamt­rendite zu verbessern.

Tipp: Wenn Sie länger­fristig anlegen möchten, sollten Sie immer auch an Aktien denken. Als Grund­lage für ein Depot sind breit streuende Fonds wie Aktienfonds Welt oder Europa am besten geeignet. Welche Fonds dauer­haft gut sind, zeigt der Produktfinder Fonds auf test.de.

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