Förderung vom Arbeit­geber – Hilfe vom Chef

Weiterbildung finanzieren Special

Von der beruflichen Weiterbildung eines Mitarbeiters profitiert meist auch der ­Arbeit­geber. Viele Firmen ­unterstützen deshalb das Engage­ment ihrer Arbeit­nehmer ganz individuell oder genehmigen Bildungs­urlaub. In fast allen Bundes­ländern erhalten zudem Unternehmen Geld, um ihre Beschäf­tigten zu qualifizieren.

Individuelle Absprachen

Was ist das? Viele Arbeit­geber unterstützen das Engagement ihrer Mitarbeiter in Sachen Weiterbildung mit freier Zeit oder Zuschüssen. Schließ­lich profitiert auch das Unternehmen davon.

Welche Möglich­keiten gibt es? Beschäftigte können den Arbeit­geber zum Beispiel fragen, ob er die Weiterbildung ganz oder teil­weise bezahlt oder ein Darlehen zur Finanzierung gewährt. Auch über reduzierte Arbeits­zeiten oder eine Frei­stellung lässt sich oft reden (siehe „Bildungs­urlaub“).

Worauf ist zu achten? Egal, auf welches Modell sich die Beteiligten einigen – die meisten Arbeit­geber verlangen für ihre Investition eine Gegen­leistung. Meist erwarten sie, dass sich der Beschäftigte für eine bestimmte Zeit an die Firma bindet. Kündigt er inner­halb der vereinbarten Zeit, muss er die Kosten des Kurses zurück­zahlen.

Tipp: Über­zeugen Sie Ihren Chef mit guten Argumenten von Ihrer Motivation und dem Nutzen der Weiterbildung. Warum möchten Sie sich weiterbilden? Haben sich Beruf oder Branche verändert? Wie profitiert die Firma von Ihrem neuen Wissen?

Bildungs­urlaub

Was ist das? Unter Bildungs­urlaub, auch Bildungs­frei­stellung oder Bildungs­zeit genannt, versteht man den gesetzlichen Anspruch auf freie Tage für berufliche oder politische Weiterbildungen oder Qualifizierungen für ehren­amtliche Tätig­keiten. Arbeit­geber müssen Beschäftigte frei­stellen, damit diese an Kursen teilnehmen können. Lohn oder Gehalt fließen in dieser Zeit weiter, die Kosten für den Kurs trägt der Mitarbeiter jedoch selbst.

Wer erhält Bildungs­urlaub? Arbeitnehmer in 14 Bundes­ländern. Nur in Bayern und Sachsen gibt es kein Bildungs­urlaubs­gesetz.

Tipp: Eine Über­sicht über die Rege­lungen in den einzelnen Ländern finden Sie in unserem Weiterbildungsguide.

Um wie viele Tage geht es? Meist stehen Mitarbeitern fünf Tage pro Jahr zu. Oft lässt sich der Anspruch eines Jahres mit ins folgende nehmen – für zehn Tage am Stück.

Wie wird Bildungs­urlaub beantragt? Arbeitnehmer beantragen ihn je nach Bundes­land vier bis acht Wochen vor Kurs­beginn bei ihrem Arbeit­geber. Dem Antrag ist die Anerkennung des Kurses als Bildungs­urlaub beizulegen. Diese stellt der Kurs­anbieter aus. Der Chef kann den Bildungs­urlaub aus wichtigen betrieblichen Gründen ablehnen.

Geld für Unternehmen

Was ist das? In fast allen Bundes­ländern können Firmen Fördergelder beantragen, um Mitarbeiter zu qualifizieren. Einige Länder sind doppelt spendabel: Sie fördern die Weiterbildung individuell (siehe Geld vom Land) und helfen Unternehmen bei der betrieblichen Weiterbildung.

Welche Länder spendieren Gelder?

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