Förderprogramme des Bundes – Geld vom Bund

Weiterbildung finanzieren Special

Die verschieden­farbigen Symbole dienen als Wegweiser durch unseren Leitfaden. So erkennen Sie auf einen Blick, ob der jeweilige Fördertopf für Sie interes­sant ist.

Ob Zuschuss zum Eng­lisch­kurs oder Finanz­spritze für ein Studium – staatliche Förderprogramme unterstützen Bildungs­hung­rige beim Lernen für den Job. Wer die Förderbedingungen erfüllt, kann mitunter viel Geld für seine berufliche Weiterbildung heraus­holen.

Aufstiegs-Bafög

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Das Aufstiegs-Bafög, früher Meister-Bafög, unterstützt Arbeitnehmer, Berufs­rück­kehrer und Selbst­ständige, die sich per Aufstiegs­fort­bildung auf einen von mehr als 700 Fort­bildungs­abschlüssen vorbereiten möchten, etwa zum Meister, Techniker oder Betriebs­wirt. Auch Arbeits­lose, in erster Linie Empfänger von Arbeits­losengeld II, können unter bestimmten Bedingungen Aufstiegs-Bafög erhalten. Unter bestimmten Voraus­setzungen sind außerdem Studierende mit einem Bachelor-Abschluss, Studien­abbrecher und Abiturienten förderfähig.

Was wird gefördert? Das Aufstiegs-Bafög gibt es für berufliche Fort­bildungen, etwa zum Meister, Techniker oder Betriebs­wirt. Der angestrebte Abschluss muss über dem Niveau einer Fach­arbeiter-, Gesellen- und Gehilfen­prüfung oder eines Berufs­fach­schul­abschlusses liegen. Für die Zulassung zur Fort­bildungs­prüfung ist häufig eine abge­schlossene Erst­ausbildung Voraus­setzung. Lehr­gänge müssen mindestens 400 Unterrichts­stunden umfassen und können in Voll- oder Teil­zeit statt­finden.

Wie wird gefördert? Das Aufstiegs-Bafög ist ein Mix aus zins­güns­tigen Darlehen und Zuschüssen, die nicht zurück­gezahlt werden müssen. Für Lehr­gangs- und Prüfungs­gebühren von bis zu 15 000 Euro erhalten die Teilnehmer zum Beispiel 40 Prozent als Zuschuss. Den Rest können sie per Darlehen finanzieren. Teilnehmer im Voll­zeit­lehr­gang erhalten außerdem Zuschüsse und Darlehen für ihren Lebens­unterhalt. Wer die Abschluss­prüfung besteht, bekommt auf Antrag 40 Prozent des auf die Kurs- und Prüfungs­gebühren entfallenden Restdarlehens erlassen.

Wer ist Ansprech­partner? In der Regel die Ämter für Ausbildungs­förderung am Wohn­ort, zu finden über die Suchmaske „Zuständige Stellen“ auf der Info-Website www.aufstiegs-bafoeg.de.

Aufstiegs­stipendium

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Das Programm richtet sich an besonders engagierte Fach­kräfte, die erst­mals studieren wollen. Der aktuelle berufliche Status ist nicht relevant. Kandidaten müssen allerdings eine Berufs­ausbildung oder Aufstiegs­fort­bildung absol­viert haben. Zudem benötigen sie mindestens zwei Jahre Berufs­erfahrung und müssen Besonderes geleistet haben, zum Beispiel ihre Berufs­ausbildung mit der Note 1,9 oder besser absol­viert haben

Was wird gefördert? Das Aufstiegs­stipendium gibt es für ein Erst­studium in Voll­zeit, aber auch für ein berufs­begleitendes erstes Studium an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hoch­schule. Diese kann sich in Deutsch­land, einem anderen EU-Land oder der Schweiz befinden.

Wie wird gefördert? Studierende im Voll­zeitstudium erhalten monatlich 735 Euro plus 80 Euro Büchergeld. Studierende Eltern können zusätzlich eine Betreuungs­pauschale für Kinder unter zehn Jahren bekommen. Sie liegt bei 130 Euro für jedes Kind. Wer sich für einen berufs­begleitenden Studien­gang entscheidet, bekommt jähr­lich 2 400 Euro. Die Förderdauer richtet sich jeweils nach der laut Studien­ordnung vorgesehenen Regel­studien­zeit.

Wer ist Ansprech­partner? Interes­sierte bewerben sich online bei der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung. Diese wählt die Stipen­diaten aus und begleitet sie während des Studiums. Weitere Informationen zum Programm finden Interes­sierte auf der Website www.aufstiegsstipendium.de.

Bildungs­gutschein

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Mit dem Bildungs­gutschein fördert die Bundes­agentur für Arbeit die berufliche Weiterbildung von Arbeits­losen, Beschäftigten und Berufs­rück­kehrern. Der Gutschein wird ausgestellt, wenn die zuständige Agentur für Arbeit eine Weiterbildung für notwendig hält.

Was wird gefördert? Im Fokus stehen berufliche Weiterbildungen, die eine Rück­kehr in den Arbeits­markt wahr­scheinlicher machen, eine konkret drohende Arbeits­losig­keit abwenden oder zu einem fehlenden Berufs­abschluss führen. Welche Bildungs­ziele die einzelnen Arbeits­agenturen fördern, legen sie – je nach Entwick­lung des Arbeits­markts in ihrer Region – jedes Jahr neu fest. Viele Agenturen veröffent­lichen ihre Planung im Internet, in der Regel über den Reiter „Institutionen“ bei der Arbeits­agentur am Wohn­ort zu finden.

Wie wird gefördert? Ist eine Förderung notwendig, gibt der Mitarbeiter der Arbeits­agentur den Gutschein aus. Darauf sind das Bildungs­ziel, die Inhalte der Qualifizierung und die Gültig­keits­dauer des Gutscheins angegeben – sowie die Region, für die er gilt. Damit sucht sich der Weiterbildungs­interes­sierte einen zugelassenen Kurs aus und meldet sich dafür an. Sofern der Lehr­gang mit den Angaben auf dem Bildungs­gutschein über­einstimmt, über­nimmt die Arbeits­agentur die Kosten der Weiterbildung. Neben den Kurs­gebühren können auch Kosten für Fahrten zum Kurs­ort, für Unterbringung und Verpflegung sowie für die Betreuung von Kindern bezahlt werden. Wer Arbeits­losengeld bezieht, erhält es während des Kurses weiter.

Wer ist Ansprech­partner? Zuständig ist die Arbeits­agentur am Wohn­ort, zu finden auf www.arbeitsagentur.de unter „Finden Sie Ihre Dienst­stelle“. Dort müssen sich Interes­sierte beraten lassen. In der Beratung wird unter anderem geklärt, ob die Voraus­setzungen für eine Förderung vorliegen.

Bildungs­prämie (1): Prämiengut­schein

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Mit dem Prämiengut­schein über­nimmt der Staat einen Teil der Kosten für eine Weiterbildung. Beantragen können den Gutschein Arbeit­nehmer und Selbst­ständige, deren zu versteuerndes Jahres­einkommen bis 20 000 Euro (gemein­sam Veranlagte: bis 40 000 Euro) beträgt. Auch Arbeitnehmer im Mutter­schutz und in Eltern- bzw. Pflege­zeit erhalten den Prämiengut­schein.

Was wird gefördert? Der Prämiengutschein ist Teil des Programms „Bildungs­prämie“ und kann für eine berufliche Weiterbildung einge­setzt werden. Dabei darf es sich jedoch nicht um eine betriebliche Schulung handeln. Der Prämiengut­schein kann einmal pro Jahr beantragt werden.

Wie wird gefördert? Der Gutschein deckt die Hälfte der Kurs­kosten ab, maximal aber 500 Euro. Die übrigen Kosten muss der Antrag­steller aus eigener Tasche bezahlen. Seit Juli 2017 ist die bislang gültige 1 000-Euro-Grenze in den meisten Bundes­ländern aufgehoben. Das heißt: Der Prämiengut­schein ist nun auch für Weiterbildungen einsetz­bar, die mehr als 1 000 Euro kosten. Von dieser Neuregelung ausgenommen sind die Bundes­länder Brandenburg, Rhein­land-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Dort darf der Prämiengut­schein weiterhin nur für Weiterbildungen genutzt werden, die maximal 1 000 Euro inklusive Mehr­wert­steuer kosten.

Wer ist Ansprech­partner? Der Prämien­gut­schein ist nach einem Beratungsge­spräch in einer Beratungs­stelle für die Bildungs­prämie erhältlich. Adressen von Beratungs­stellen und weitere Informationen gibt es auf der Seite www.bildungspraemie.info und unter der kostenlosen Rufnummer 08 00/2 62 30 00.

Bildungs­prämie (2): Spar­gutschein

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Das Programm können Arbeitnehmer nutzen, die über den Betrieb vermö­gens­wirk­same Leistungen ansparen und das Geld für Weiterbildung verwenden wollen. Auch Arbeits­lose, Berufs­rück­kehrer und Selbst­ständige, die in der Ver­gangenheit ein solches Guthaben ange­sammelt haben, können den Spar­gutschein nutzen.

Was wird gefördert? Mit dem Spar­gutschein, dem zweiten Baustein des Programms „Bildungs­prämie“, lassen sich längere und damit oft kosten­intensive Weiterbildungen leichter finanzieren.

Wie wird gefördert? Sparer, die ein Spar­guthaben nach dem Vermögens­bildungs­gesetz (VermBG) besitzen, können ihr Geld bereits vor Ablauf der Sperr­frist entnehmen und damit eine berufliche Weiterbildung finanzieren. Im Normalfall darf das Guthaben sieben Jahre lang nicht angetastet werden, sonst geht die Arbeitnehmer­spar­zulage verloren – ein Extra vom Staat für Sparer mit geringerem Verdienst. Fließt das Geld in die Weiterbildung, bleibt die Zulage jedoch erhalten. Übrigens: Der Spar­gutschein lässt sich gleich­zeitig mit dem Prämiengut­schein nutzen.

Wer ist Ansprech­partner? Interes­sierte informieren sich zunächst bei ihrer Bank über die Konditionen für eine vorzeitige Geld­ent­nahme aus ihrem Spar­vertrag. Danach vereinbaren sie einen Termin in einer ausgewiesenen Beratungs­stelle. Diese stellt nach erfolgter Beratung den Spar­gutschein aus. Adressen von Beratungs­stellen sind auf www.bildungspraemie.info und telefo­nisch unter 08 00/2 62 30 00 erhältlich. Mit dem Spar­gutschein können sich Weiterbildungs­willige dann für einen Kurs anmelden. Im letzten Schritt lösen sie den Spar­gutschein bei ihrer Bank ein und entnehmen Geld aus ihrem Spar­vertrag.

WeGebAU

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Mit dem Programm „Weiterbildung Gering­qualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“ (WeGebAU) unterstützt die Bundes­agentur für Arbeit die Qualifizierung von Beschäftigten, die keinen Berufs­abschluss haben oder ihren erlernten Beruf seit mindestens vier Jahren nicht mehr ausüben. Außerdem gehören Beschäftigte in kleinen und mitt­leren Unternehmen zur Zielgruppe.

Was wird gefördert? Bei gering­qualifizierten Beschäftigten über­nimmt das Programm die Kosten für Weiterbildungen, die zu einem anerkannten Berufs­abschluss oder einer berufs­anschluss­fähigen Teilqualifikation führen. Beschäftigte kleiner und mitt­lerer Unternehmen werden gefördert, wenn sie an beruflichen Qualifizierungen teilnehmen, die außer­halb des Betriebs statt­finden und mehr als arbeits­platz­bezogene Kennt­nisse und Fertigkeiten vermitteln.

Wie wird gefördert? Beschäftigte erhalten einen Bildungs­gutschein. Damit können sie unter zugelassenen Weiterbildungen selbst einen passenden Kurs auswählen. Bei Beschäftigten von kleinen und mitt­leren Unternehmen über­nimmt die Arbeits­agentur die Kurs­kosten teil­weise. Zählt der Betrieb weniger als zehn Beschäftigte, trägt sie die kompletten Kurs­kosten. Auch bei gering­qualifizierten Beschäftigten über­nimmt die Arbeits­agentur die vollen Kurs­gebühren. Außerdem können Arbeit­geber für diese Zielgruppe Zuschüsse zum Arbeits­entgelt sowie eine Pauschale zu den Sozial­versicherungs­beiträgen für die weiterbildungs­bedingt ausgefallene Arbeits­zeit erhalten.

Wer ist Ansprech­partner? Interes­sierte Arbeitnehmer wenden sich an ihre Arbeits­agentur vor Ort. Arbeit­geber kontaktieren den Arbeit­geber-Service der örtlichen Arbeits­agentur.

Weiterbildungs­stipendium

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Das Stipendien­programm richtet sich an engagierte Fach­kräfte bis 24 Jahre. Voraus­setzung sind eine abge­schlossene Berufs­ausbildung und besondere Leistungen in Ausbildung oder Beruf, etwa ein Abschluss mit der Note 1,9 oder besser. Die Alters­grenze kann sich um bis zu drei Jahre verschieben, falls zum Beispiel Eltern­zeit oder Freiwil­ligen­dienste anzu­rechnen sind. Neben Arbeitnehmern sind Selbst­ständige förderfähig. Arbeits­lose können das Stipendium erhalten, wenn sie dem Arbeits­markt zur Verfügung stehen und die zuständige Arbeits­agentur dies bestätigt.

Was wird gefördert? Das Stipendium gibt es für fachbezogene berufliche Weiterbildungen, etwa zum Handwerks­meister, Techniker oder Fachwirt. Gefördert werden aber auch fach­über­greifende Qualifizierungen wie Sprach- und Rhetorik­kurse. Unter bestimmten Bedingungen ist auch ein berufs­begleitendes Studium förderfähig.

Wie wird gefördert? Stipen­diaten erhalten, verteilt auf drei Jahre, bis zu 7 200 Euro für beliebig viele förderfähige Weiterbildungen – bei einem Eigen­anteil von 10 Prozent. Bezu­schusst werden Ausgaben für Kurse, Prüfungen, Arbeits­mittel, Fahrten zum Kursort und für die Unterkunft. Außerdem gibt es einen „IT-Bonus“ von 250 Euro für den Kauf eines Computers.

Wer ist Ansprech­partner? Wer eine Ausbildung nach Berufs­bildungs­gesetz oder Handwerks­ordnung absol­viert hat, wendet sich an die für ihn zuständige Stelle. Das ist die Institution, die den Ausbildungs­vertrag unterzeichnet hat – in der Regel also eine Handwerks- oder Industrie- und Handels­kammer. Wer einen Beruf im Gesund­heitswesen erlernt hat, bewirbt sich bei der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung. Dort gibt es auch ausführ­liche Informationen zum Weiterbildungs­stipendium.

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