Tipps

Auswahl der richtigen Leiter

  • Auswahl. Überlegen Sie, für welche Arbeiten Sie die Leiter brauchen und wählen Sie danach eine Steh-, Anlege- oder Mehrzweckleiter aus. Stufen bieten größere Trittflächen und daher mehr Standsicherheit als Sprossen, sie sollten rutschfest und geriffelt sein. Oben auf der Leiter gibt ein Sicherheitsbügel guten Halt.
  • Stehleitern. Für den Haushalt reicht meist eine drei- bis vierstufige Stehleiter wie jene im aktuellen Test. Vier Stufen reichen für Arbeitshöhen von etwa 2,50 bis 3 Metern, jede weitere Stufe bringt etwa 25 Zentimeter an Höhe. Stehleitern gibt es mit und ohne Plattform. Die Plattform bietet den sichersten Stand. Für kleine Höhen reicht auch ein kleiner Tritt. Für Arbeiten in wechselnder Höhe gibt es höhenverstellbare Sprossenstehleitern.
  • Anlegeleitern. Wenn Sie zum Beispiel aufs Garagendach steigen müssen, brauchen Sie eine Anlegeleiter. Sie muss dabei einen Meter über die Anlegekante ragen. Eine Stehleiter ist nicht zum Übersteigen geeignet. Sie sollten sie auch nicht zur Anlegeleiter umfunktionieren. Sie ist nicht dafür konstruiert und kann leicht wegrutschen oder kippen. Mehrzweckleitern kombinieren Anlege-, Steh- und Schiebeleitern in einem.
  • Material. Leitern aus reinem Aluminium oder Alu-Stahl-Kombinationen sind meist leichter als reine Stahlleitern und daher ideal für häufige Ortswechsel. Stehleitern müssen eine Spreizsicherung haben, entweder eine einrastende Plattform oder festangebrachte, stabile Ketten, Gurte oder Drähte.
  • Zubehör. Falls nötig, klären Sie, ob es passendes Zubehör für die Leiter gibt. Für Anlegeleitern können zum Beispiel Metallspitzen an den Füßen ein Verrutschen auf weichen Böden verhindern. Für Stehleitern gibt es zum Beispiel Holmverlängerungen zur Arbeit im Treppenhaus.
  • Ausprobieren. Achten Sie beim Kauf der Leiter auf eine saubere Verarbeitung und das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit. Probieren Sie die Leiter aus – das heißt auf- und zuklappen, tragen, auf- und absteigen, oben stehen. Wenn Sie sich auf der Leiter unsicher fühlen, lassen Sie sie im Laden stehen.

Arbeiten auf der Leiter

  • Unten bleiben. Steigen Sie nicht auf eine Leiter, wenn Sie sich unwohl fühlen, bewusstseinstrübende Medikamente genommen oder Alkohol getrunken haben. Vorsicht auch bei Schwindel und Höhenangst.
  • Prüfen. Prüfen Sie die Leiter vor jedem Gebrauch auf Schäden. Achten Sie vor allem darauf, dass die Verbindungen zwischen Holm und Sprossen intakt sind (Bördelung, Nieten, Schweißnähte). Wichtig sind auch eine funktionierende Spreizsicherung und intakte Plastikfüße. Mustern Sie verschlissene Leitern aus. Lesen Sie vor dem ersten Gebrauch die Piktogramme und die Anleitung zum Aufstellen der Leiter.
  • Aufstellen. Eine Leiter muss auf ebenem, festen und rutschfreiem Untergrund stehen. Bei Außenarbeiten darf kein starker Wind wehen. Prüfen Sie den sicheren Stand, indem Sie sich auf der untersten Stufe mit ganzem Gewicht auf jede Schenkelseite stellen. Anlegeleitern müssen eine Schräge von 65 bis 75 Grad ausweisen. Bei flacherem Winkel wippen sie, bei steilerem kippen sie nach hinten.
  • Aufstieg. Steigen Sie mit Bedacht auf die Leiter. Tragen Sie rutschfeste, den Fuß fest umschließende Schuhe mit Profilsohle, keine Sandalen. Steigen Sie immer mit dem Gesicht zu den Sprossen auf und ab. Achten Sie bei Stehleitern auf eine eingerastete oder gespannte Spreizsicherung. Beim Übersteigen von einer Anlegeleiter auf ein Bauteil muss die Leiter mindestens einen Meter über die Anlegekante hinausragen.
  • Nicht turnen. Balanceakte führen oft zu schweren Stürzen. Beugen Sie sich nicht seitlich über die Holme hinaus. Es besteht Lebensge­fahr! Steigen Sie ab und rücken Sie die Leiter ein Stück weiter. Führen Sie Kabel stets an den Holmen entlang, nicht über Tritte und Standfläche.
  • Werkzeug. Tragen Sie Werkzeug nah am Körper – in Kitteltaschen, einem Werkzeuggürtel oder einem Transportbehälter. Achten Sie darauf, dass beim Tragen die Sicht frei bleibt. Tragen Sie keine zu schweren Lasten auf der Leiter. Vermeiden Sie langes Arbeiten auf der Leiter, vor allem Überkopfarbeiten mit schweren Geräten. Lassen Sie nach der Arbeit kein Werkzeug oben auf der Plattform liegen.
  • Absichern. Stellen Sie Leitern nicht verdeckt hinter Türen oder Ecken auf. Sichern sie den Standort ab (Absperrung oder zweite Person).
  • Aufbewahren. Bewahren Sie Ihre Leiter immer griffbereit auf. Sonst ist die Versuchung groß, stattdessen auf halsbrecherische Eigenkonstruktionen zu steigen.

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