Leitern im Test Test

Fensterputzen, Tapezieren, Deckenleuchte abstauben – eine Leiter im Haushalt braucht jeder. Sie sollte stabil gebaut und sicher sein. Von 19 Leitern im Test stehen am Ende nur fünf „gut“ da, darunter allein drei der Firma Hailo. Zwei Leitern wiesen Sicherheitsmängel auf. Urteil: „mangelhaft“.

Die besten Leitern am teuersten

Wer im Haushalt hoch hinaus will, sollte das mit Bedacht tun. Oberstes Gebot: Niemand sollte sich auf improvisierte Eigenkonstruktionen wagen. Richtige Leitern sind Pflicht. Das mindert die Gefahr lebensgefährlicher Stürze (Tipps). Rundum „gute“ Leitern gibt es schon für wenig Geld: Die Hailo L 40 kostet 40 Euro, die Hailo L 20 sogar nur knapp 30 Euro. Wer jedoch eine der beiden besten Leitern kaufen will, muss tiefer in die Tasche greifen: 237 Euro kostet die Wakü Little Jumbo Sicherheitstreppe. Dafür bietet sie hohe Stabilität und beste Kippsicherheit. Für 100 Euro ist die ebenfalls stabile und sichere Hailo Championsline zu haben. Beide überzeugten auch im Praxistest (Testergebnisse kompakt).

Zusammenbruch im Dauertest

Im Praxistest musste jede Leiter auf der untersten Stufe eine Prüflast von 260 Kilogramm aushalten, die dann auf maximal 450 Kilogramm erhöht wurde. Bedeutung für die Praxis hat das zum Beispiel beim Halten eines schweren Bauteils auf der Leiter. Neben der Festigkeit der Holme und Stufen haben die Tester auch die Spreizsicherung geprüft. Ergebnis: Bei allen Leitern im Test werden die Schenkel durch die eingerastete Plattform gut stabilisiert. Alle mussten zudem durch den Dauertest, bei dem die Tester 5 000 Aufstiege simulierten. Für die meisten Leitern kein Problem. Nur den Stahl-Klapptritt von Dema hat es recht schnell zerlegt.

Leiterfüße gehen leicht verloren

Ein weit verbreitetes Ärgernis sind Leiterfüße, die sich leicht ablösen. Im Test war das bei etwa jedem zweiten Modell der Fall. Bei der Leiter Toom/Elkop JOR 304 lassen sich die Plastikkappen einfach mit der Hand abziehen. Bei den anderen sitzen sie zwar etwas fester, können aber trotzdem leicht verlorengehen, etwa wenn die Leiter beim Tragen oder Schieben irgendwo hängenbleibt. Fehlt eine Kappe, kippelt die Leiter und ist nicht mehr gefahrlos zu gebrauchen. Am besten sind angeschraubte Kappen.

Probleme bei der Kippsicherheit

Auf- und absteigen, oben auf der Leiter stehen – bei jeder zweiten Leiter klappt das „gut“ oder „sehr gut“, bei den restlichen immerhin „befriedigend“. Nur oben auf dem Dema Stahl-Klapptritt fühlten sich die Testpersonen nicht so wohl, was auch an dessen geringer Kippsicherheit zur Seite liegen mag. Ursache hierfür ist eine geringe Standfläche bei gleichzeitig hoher Plattform. Die meisten anderen Leitern kippen nicht so leicht zur Seite. Dafür kippen allerdings viele beim Aufsteigen leicht nach hinten. Das passiert vor allem dann, wenn die Steighöhe der untersten Stufe niedrig ist und die Stufe zugleich weit vorsteht.

Klemmfallen für die Finger

Während es beim Arbeiten auf der Leiter vor allem auf Kippsicherheit und Stabilität ankommt, geht es beim Auf- und Abbauen darum, sich nicht die Finger zu klemmen. Richtig fiese Klemmstellen gibt es beim Dema Stahl-Klapptritt und der Leiter Sopop LSS 0012. Wer hier nicht aufpasst, klemmt sich beim Zusammenklappen die Finger zwischen den Holmen regelrecht ab. Schmerzhaft kann es auch beim Zuklappen der Weyh Uni Step und der Altrex Double Decker D 804 werden, ein ernsthaftes Verletzungsrisiko besteht hier jedoch weniger. Bei einigen Leitern kann zudem das Einklappen der Plattform zur Klemmfalle werden. Auch scharfe Ecken und Kanten bemängelten die Tester bei vielen Leitern. Zum Teil sind sie zwar unter Plastikkappen verborgen. Doch die gehen oft schnell verloren.

Ablageschalen und Eimerhaken

Einige Leitern haben Ablageschalen für Werkzeug oder auch Haken, um einen Eimer anzuhängen. Oft aber sind die Haken so klein, dass sie sich nicht für dickere Eimerhenkel eignen. Auch die Ablageschalen sind nicht immer sehr stabil. Wer sich eine Leiter zulegen möchte, sollte deswegen vor dem Kauf prüfen, ob die Ausstattung den eigenen Bedürfnissen genügt. Mitunter gibt es separates Zubehör zu kaufen.

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