Eine Versicherungsgesellschaft muss ihre Kunden unmissverständlich darüber informieren, dass sie abgelehnte Leistungen nur innerhalb von sechs Monaten nach Erhalt der Ablehnung vor einem Gericht einklagen können.

Formulierungen, die diese Frist „verdunkeln oder in einem minder gefährlichen Licht erscheinen lassen“, seien unrechtmäßig, entschied das Oberlandesgericht Koblenz (Az. 5 U 289/05, nicht rechtskräftig). Der Kunde könne ­deshalb auch noch nach Ablauf der Frist klagen.

Damit gab das Gericht einer Frau Recht, die Leistungen aus ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung einklagen will. Der Versicherer hatte sich geweigert zu zahlen, weil die Versicherte beim Vertragsschluss in den Gesundheitsfragen unvollständige Angaben gemacht hatte. In Ihrem Ablehnungsbrief habe die Versicherungsgesellschaft die Kundin nicht „klar und deutlich“ über die Frist und die Folgen eines Fristversäumnisses aufgeklärt.

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