Verspricht der Mitarbeiter einer gesetzlichen Krankenkasse einem Versicherten etwas, muss die sich daran halten – selbst wenn es sich nicht um Kassen­leistungen handelt. Kunden müssen sich auf mündliche Zusagen verlassen können, befand das Ober­landes­gericht Karls­ruhe (Az. 12 U 105/12). Sie sind nicht verpflichtet, selbst zu über­prüfen, ob die Auskünfte korrekt sind. Die Krankenkasse muss deshalb rund 2 500 Euro Schaden­ersatz an eine Versicherte zahlen. Die Frau war nach einem Beratungs­gespräch mit einem Mitarbeiter in diese Kasse gewechselt. Er hatte ihr zugesichert, dass die Kasse bestimmte Kosten über­nehmen würde, etwa für eine naturheil­kund­liche Krebs­behand­lung, für Nahrungs­ergän­zungs­mittel und Zahn­reinigung. Die ersten Rechnungen bekam die Versicherte problemlos erstattet – später stellte sich heraus, dass der Mitarbeiter das Geld privat bezahlt hatte. Als die Zahlungen ausblieben, beschwerte sich die Kundin und verklagte die Kasse.

Dieser Artikel ist hilfreich. 3 Nutzer finden das hilfreich.