Der Wirtschaftsprüfer der seit 2006 insolventen Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West muss einem Anleger Schadenersatz zahlen. Das hat das Landgericht Leipzig entschieden (Az. 08 O 2934/07, nicht rechtskräftig).

Der Anleger habe die Inhaberschuldverschreibungen nur gekauft, weil der Wirtschaftsprüfer im Prospekt für 2005 eine ordnungsgemäße Geschäftstätigkeit bestätigte, urteilten die Richter.

Das hätte er jedoch nicht tun dürfen, da er den Jahresabschluss der Gesellschaft für 2004 noch nicht vollständig geprüft hatte. Der Mann habe seine Prüfpflichten verletzt. Deshalb müsse er den Kaufpreis für die Schuldverschreibungen plus 4 Prozent Zinsen ersetzen.

Das Urteil könnte auch vielen weiteren Geschädigten der Leipzig-West helfen, teilten Dr. Steinhübel & von Buttlar Rechtsanwälte mit. Rund 28 000 Anleger haben dort bis zur Pleite im Jahr 2006 knapp 250 Millionen Euro verloren.

  • Die Leipzig West steht seit 1999 auf der Warnliste.

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