Die Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. in Berlin hat die Wohnungsbaugenossenschaft Leipzig West AG in Leipzig aufgefordert, irreführende Werbeaussagen zu unterlassen. Außerdem soll die Gesellschaft keinen Verkaufsprospekt mehr für angebotene Inhaberschuldverschreibungen herausgeben, in dem Risikohinweise fehlen.

Die Werbung der Gesellschaft für Inhaberschuldverschreibungen mit einem Zinssatz von 7 Prozent mit den Worten "Feste, hohe Zinsen, vergleichen Sie z. B. mit Sparbuch, Festgeld und Bundesschatzbriefen" sowie "Unser Unternehmen ­ Ihre Sicherheit!" vermitteln nach Auffassung des Verbraucherverbands den falschen Eindruck, es handele sich um eine sichere und risikofreie Geldanlage.

Das sei jedoch nicht der Fall. Das Bonitätsrisiko der Inhaberschuldverschreibungen der Wohnungsbaugesellschaft sei deutlich höher als bei Banken und der öffentlichen Hand. Insbesondere müsse die Gesellschaft auch auf die unternehmerischen Risiken hinweisen, die sich aus Investitionen im Immobilienbereich ergäben. Dazu gehöre auch die Aufklärung über das Risiko einer Pleite.

Bis Redaktionsschluss hatte die Wohnungsbaugesellschaft sich geweigert, die geforderte Unterlassungserklärung abzugeben. Nach dem Gesetz über den Wertpapierhandel sei sie nicht verpflichtet, ohne konkreten Anlass über etwaige Nachteile ihres Angebots aufzuklären. Der Verband will die Gesellschaft nun verklagen.

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