Lehman-Zertifikate Meldung

Die Sparkasse Hannover will alle Kunden entschädigen, die nahezu wertlose Anleihen oder Zertifikate der amerikanischen Bank Lehman Brothers gekauft haben. Betroffen sind rund 1 000 Kunden.

Mindestens die Hälfte des Geldes zurück

Die Höhe der Entschädigungssumme richtet sich nach dem Kaufzeitpunkt. Sparkassen-Kunden, die vor dem 16. März 2008 Lehman-Anleihen gekauft haben, erhalten 50 Prozent des Nominalwertes zurückgezahlt. An dem Tag stand die US-Investmentbank Bear Stearns vor der Beinahe-Pleite und war ein Warnsignal der bevorstehenden Finanzkrise. Wer die Papiere danach gekauft hat, bekommt 75 Prozent des Nominalwertes. Der zweite Entschädigungszeitraum endet am 15. Oktober 2008 als Lehman Brothers zusammenbrach. Insgesamt hatten rund tausend Kunden der Sparkasse Hannover Lehman-Anleihen im Wert von 30 Millionen Euro in den Wertpapierdepots.

Anträge können noch gestellt werden

Bisher haben sich noch nicht alle geschädigten Kunden gemeldet. Ursprünglich galt das Angebot der Sparkasse von September an bis heute. Nun erklärte ein Sprecher, dass auch noch später eintreffende Anträge berücksichtigt werden. Eine kleine Gruppe von Lehman-Opfern verhandelt noch mit der Sparkasse über eine höhere Entschädigung.

Transparentes Entschädigungsmodell

Das transparente Entschädigungsmodell erhält Zustimmung von Verbraucherschützern. „Deutschlandweit tatsächlich ein bislang einmaliges Vergleichsangebot für Lehman-Geschädigte, welches auch anderen betroffenen Geldinstituten als Musterbeispiel für ein außergerichtliches Entschädigungsmodell dienen könnte“, sagte Andreas Gernt, von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Weitaus weniger großzügige Entschädigungen haben etwa die Frankfurter Sparkasse und die Citibank ihren Lehman-Opfern angekündigt.

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