Tipps für Betroffene

  • Fehler. Schauen Sie, ob Ihre Unterlagen auch suggerieren, dass die US-amerikanische Investment­bank Lehman Brothers hinter Ihrem Zertifikat steht. Falls ja ist das nach Ansicht des Ober­landes­gerichts München falsch und können Ihnen Schaden­ersatz­ansprüche wegen Prospekthaftung und Falsch­beratung zustehen.
  • Beratung. Lassen Sie sich auch jetzt noch unbe­dingt von einem in Geld­anlagefragen erfahrenen Anwalt beraten, wenn Sie bei von Anla­geberatern empfohlenen Geld­anlagen viel Geld verloren haben. Die Gerichte haben in den letzten Jahren oft anlegerfreundlich entschieden. Eine Erst­beratung kostet maximal 250 Euro und liefert Ihnen eine genaue Einschät­zung der Erfolgs­aussichten einer Klage. Am besten fragen Sie einen Anwalt, der ausschließ­lich Anleger vertritt und der bereits für andere Lehman-Opfer Schaden­ersatz­forderungen gegen Ihre Bank durch­gesetzt hat.
  • Verjährung. Oft müssen Banken und Sparkassen sich wegen groben Beratungs­fehlern Vorsatz vorwerfen lassen; keine Bank kommt mit der Behauptung durch, sie habe nicht gewusst, dass die nieder­ländische Lehman Brothers-Tochter B. V. keine Bank gewesen ist. Die Verjährung beginnt dann über­haupt erst, wenn der Anleger vom Fehler erfährt. Einfache Schaden­ersatz­ansprüche wegen der Lehman-Zertifikate sind fast vier Jahre nach der Pleite meist schon verjährt;
  • Insolvenz­verfahren. Informationen zu den Insolvenz­verfahren der verschiedenen Lehman Brothers-Unternehmen finden Sie bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Beachten Sie: Auch wenn Sie Chancen auf Schaden­ersatz haben, sollten Sie darauf achten, alle möglichen Ansprüche bei den zuständigen Insolvenz­verwaltern anzu­melden. Wenn Ihre Bank oder Sparkasse Sie entschädigt, müssen Sie ihr im Gegen­zug das Zertifikat zurück­geben und ihr ermöglichen, zumindest den auf das Papier entfallenden Anteil an der Insolvenzmasse zu kassieren.

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