Lehman-Anleger müssen jetzt ihren Schaden beim Insolvenzgericht anmelden. Trotzdem sollten sie eine Klage prüfen.

Insolvenzverfahren. Das Insolvenzgericht in New York hat jetzt die Fristen für die Teilnahme am Insolvenzverfahren der Lehman Brothers Holdings Inc. festgesetzt. Lehman-Geschädigte müssen ihre Ansprüche bis zum 2. November 2009 anmelden. Bis Anfang Oktober müssen sie bei der Bank, bei der sie ihr Zertifikat gekauft haben, dafür eine Sperrnummer beantragt haben. Mehr dazu unter www.test.de/Lehman-Zertifikate.

Klage. Unabhängig vom Insolvenzverfahren sollten die Anleger überlegen, ob eine Klage gegen ihre Bank erfolgversprechend ist. Schließlich ist völlig offen, ob und wie viel Geld sie aus der Insolvenzmasse bekommen. Gute Aussichten vor Gericht haben Kunden, die eine Falschberatung beweisen können. Vor allem Anleger, denen die Lehman-Papiere ab März 2008 noch als sicher empfohlen wurden, sollten eine Klage prüfen lassen. Damals ging die traditionsreiche US-Investmentbank Bear Stearns pleite. Bankberater hätten spätestens seit diesem Zeitpunkt auf die Möglichkeit einer Pleite der Lehman-Bank hinweisen müssen, meinen Anlegeranwälte.

Citibank. Inzwischen sorgt das Kulanzangebot für Ärger, das die Citibank und die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen für die Lehman-Kunden der Bank ausgehandelt haben. Die zugesagte Entschädigung in Höhe von 27 Millionen Euro mache nur rund 5 Prozent des Gesamtschadens von rund 475 Millionen Euro aus, kritisiert Berthold Wimmer, Betreiber des Internetportals www.Lehman-Zertifikateschaden.biz. Laut Wimmer gelte das Angebot nur für ein Viertel der etwa 27 000 Opfer. „Danach können nur über 70-Jährige mit konservativer Anlagestrategie mit Entschädigungen rechnen. Vorausgesetzt, sie haben die Lehman-Papiere erst ab März 2008 gekauft.“ Verschiedene Interessenvertreter raten, dass Anleger das Angebot ausschlagen und klagen sollten.

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