Erneut hat der Bundes­gerichts­hof (BGH) Urteile zugunsten von Opfern der Lehman Brothers-Pleite aufgehoben. Sie haben jetzt kaum noch Chancen auf Schaden­ersatz. Im Insolvenz­verfahren erhalten sie allenfalls einen kleinen Teil ihres Geldes zurück. test.de berichtet.

Nieder­lagen in Serie

Lehman-Opfer ziehen vor dem höchsten deutschen Zivilge­richt erneut den Kürzeren. Die Bundes­richter hoben ein Urteil des Oberlandesgericht München auf, wonach die MPC-Gruppe Schaden­ersatz an eine Käuferin von Lehman-Zertifikaten zahlen sollte. Die MPC-Beraterin hatte mit der erst­klassigen Bonität der US-Investment­bank geworben. Tatsäch­lich stand hinter der Anleihe jedoch eine nieder­ländische Konzern­gesell­schaft ohne eigene Mittel. Die Investment­bank hatte mit dem Zertifikat direkt gar nicht zu tun.

Haftung um die Ecke

Macht nichts, urteilte jetzt der BGH. Ausreichend sei, dass für die Anleihen die Lehman Brothers Holding-Gesell­schaft hafte. Der Wert des Papiers hänge dann nämlich doch von der Bonität der Investment Bank Lehman Brothers ab. Das Ober­landes­gericht muss sich jetzt erneut mit dem Fall befassen und klären, ob die Lehman Brothers Holding wirk­lich für die Zertifikate hafte. Das hatte die Klägerin bestritten und das Ober­landes­gericht nicht geklärt; weil es da aus seiner Sicht nicht drauf ankam.

Wenig Chancen

Nur in Ausnahme­fällen können Lehman-Opfer jetzt noch auf Schaden­ersatz wegen der Verluste mit nach der Pleite der US-Bank wert­losen Zertifikaten hoffen. Mindestens zwei Fälle liegen beim Bundes­verfassungs­gericht. Dort greifen Anleger­anwälte Urteile des BGH an, weil das Gericht die Fälle aus ihrer Sicht dem Europäischen Gerichts­hof hätte vorlegen müssen. Sollten sie damit Erfolg haben, profitieren davon nur noch Lehman-Opfer, deren Klagen nicht rechts­kräftig abge­wiesen sind.

Bundes­gerichts­hof, Urteil vom 21.03.2013
Aktenzeichen: III ZR 182/12

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