Lehman-Brother-Zertifikate Meldung

Wegen falscher Beratung muss die Targo­bank einem Anleger mit Lehman-Zertifikaten 11 300 Euro plus Zinsen zurück­zahlen. Das hat das Land­gericht Biele­feld entschieden. Die damalige Citi­bank hatte in einem Kunden­gespräch im Sommer 2008 nicht über die Risiken der Papiere aufgeklärt. Kurze Zeit später war die amerikanische Investment­bank Lehman-Brothers pleite und die Papiere wert­los.

Citi­bank empfiehlt Lehman-Papiere

Auf Empfehlung der Citi­bank kaufte ein Anleger im Januar und im September 2007 Lehman-Zertifikate. Im Beratungs­gespräch zuvor hatte der Kunde bereits angegeben, dass er nur an sicheren Geld­anlagen interes­siert sei. Er hatte im Vertrauen auf die Seriosität des Instituts angenommen, dass die Wert­papiere tatsäch­lich als Rück­lage für seine Alters­vorsorge und den geplanten Kauf einer Immobilie geeignet seien. Der Anleger zeichnete die von der nieder­ländischen Lehman Brothers Treasury Co. B.V. emit­tierten Papiere DJ EuroStoxx 50 Outperformance (Wert­papierkenn­nummer WKN: A0LHNW) und Bonus Express Max Zertifikate (WKN: A0S5NN).

Bank warnt nicht vor Risiko

Gut einen Monat vor dem Zusammenbruch von Lehman-Brothers lud die Citi­bank im August 2008 den Anleger zu einem Kunden­gespräch, das sie als „Depotcheck“ bezeichnete. Bei dem Termin wollte die Beraterin mit dem Anleger prüfen, ob er seine Wert­papiere weiter behält oder durch andere ersetzt. Seit Beginn des Jahres 2008 berichteten bereits die Wirt­schafts­seiten etlicher Zeitungen von hohen Verlusten bei Lehman Brothers. Die Citi­bank-Angestellte erklärte dem Anleger trotzdem, er müsse in seinem Depot nicht unbe­dingt etwas ändern. Mit der Pleite von Lehman Brothers am 15. September 2008 waren die Zertifikate dann wert­los.

Gericht urteilt: Bank verletzt Beratungs­pflicht

Die Citi­bank ist bei einem „Depotcheck“ verpflichtet, den Anleger über das Risiko eines Total­ausfalls bei der Pleite von Lehman Brothers aufzuklären, entschied das Land­gericht Biele­feld. Die Bank habe ihre „Pflicht zur voll­ständigen und sachgerechten Aufklärung zu Chancen und Risiken der Zertifikate verletzt“, urteilten die Richterin. Eine Aufklärungs­pflicht sehen Gerichte dann, wenn konkrete Hinweise auf eine Insolvenz vorliegen. Und die waren im August 2008 längst gegeben. Erstritten hat das rechts­kräftige Urteil der Bremer Fach­anwalt für Bank- und Kapitalmarkt­recht, André Ehlers.
Land­gericht Biele­feld, Urteil vom 1.02.2013
Aktenzeichen: 7 O 315/10
Kläger­vertreter: Rechtsanwalt André Ehlers, Bremen

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