Rechenschwäche

Neben Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten haben einige Kinder auch Probleme beim Rechnen. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von einer Rechenstörung (Dyskalkulie), wenn die Probleme – analog zur Legasthenie – nicht mit mangelndem Intellekt oder unzureichendem Unterricht zu erklären sind. Genaue Zahlen zur Häufigkeit liegen nicht vor, werden aber in einer ähnlichen Größenordnung vermutet wie für Legasthenie.

Den Kindern fehlt ein grundlegendes Verständnis für Zahlen und Mengen. Trotz intensiven Lernens entwickeln sie zum Beispiel kein „Gefühl“ dafür, dass 150 größer als 9 ist oder dass die 1 in 150 „mehr wert“ ist als die 5. Das Rechnen mit Euro, Kilogramm, Metern oder der Uhrzeit macht große Schwierigkeiten. Ihnen fällt nicht auf, wenn sie bei einer Aufgabe ein völlig falsches Ergebnis erhalten.

Häufig zu beobachten ist, dass sie beim Rechnen immer wieder an den Fingern abzählen und auch bei schwierigen Aufgaben daran festhalten. Probleme machen insbesondere die Grundrechenarten und das kleine Einmaleins.

Die Suche nach den Ursachen der Rechenprobleme steht ganz am Anfang. Wissenschaftler vermuten, dass die für Aufbau und Verinnerlichung mathematischer Erkenntnisse notwendigen Teile im Gehirn unzureichend ausgebildet sind. Schon Babys können zwischen ein, zwei oder drei Objekten unterscheiden. Kindern mit Dyskalkulie fehlt dieser angeborene „Sinn“ für Mengen und Zahlen, so die Hypothese der Forscher – ohne diese Grundausstattung kann ein mathematisches Verständnis nur schwer entwickelt werden.

Bislang gibt es keine sichere Diagnostik, der Vergleich von Intelligenz- und Rechentest gibt Hinweise. Förderprogramme, deren Wirksamkeit belegt worden ist, fehlen noch. Ansprechpartner: Bundesverband Legasthenie (siehe Adressen).

Dieser Artikel ist hilfreich. 3437 Nutzer finden das hilfreich.