Frühförderung: Lauschen, singen, spielen

Schon bevor Kinder lesen und schreiben lernen, lässt sich das Risiko einer späteren Lese-Rechtschreib-Störung abschätzen. Eltern und Erzieher im Kindergarten sollten aufmerken, wenn Kinder

  • spät sprechen lernen, einzelne Buchstaben nicht aussprechen können und Schwierigkeiten beim Unterscheiden einzelner Laute haben,
  • Reime nicht erkennen und Silben nicht mitklatschen können,
  • kein Interesse für Buchstaben und Schrift zeigen. Üblicherweise nehmen Kleinkinder Bilderbücher zur Hand und tun so, als würden sie lesen, oder sie wollen wissen, wie ihr Name geschrieben wird.
  • Ein Hinweis ist auch, ob Eltern und Geschwister ebenfalls Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben haben, da Legasthenie vererbt werden kann.

Bei Auffälligkeiten sollte fachlicher Rat eingeholt werden. Zunächst sollten spezialisierte Augen- und Ohrenärzte untersuchen, ob das Kind Hörschäden hat oder vielleicht eine Brille braucht. Geprüft werden muss auch, ob Seh- und Hörreize richtig verarbeitet werden. Spezielle Tests wie zum Beispiel das „Bielefelder Screening“ können bereits im Vorschulalter jene Schwächen beim Erkennen von Lauten oder bei Gedächtnisleistungen aufdecken, die später den Erwerb der Schriftsprache beeinträchtigen können. Ein Psychologe testet dann zum Beispiel, ob die Kinder Reime erkennen, gleich geschriebene Worte anhand des Schriftbilds zuordnen oder Pseudoworte nachsprechen können. Zeichnet sich das Risiko einer späteren Lese-Rechtschreib-Störung ab, sollte bereits im Kindergarten eine Förderung beginnen.

Bewährt hat sich das Würzburger Training zur phonologischen Bewusstheit nach dem Arbeitsbuch „Hören-Lauschen-Lernen“ (siehe Bücher), gekoppelt mit einem Buchstaben-Laut-Training. Es vermittelt mit Bildern, Bewegungs- und Singspielen einen Einblick in die Welt der Laute und Buchstaben.

Dieser Artikel ist hilfreich. 3437 Nutzer finden das hilfreich.