Die meisten Lebens- und Rentenversicherungen versprechen zu hohe Renditen. Zwei von drei Gesellschaften ködern Kunden mit zu optimistischen Beispielrechnungen, so die Ratingagentur Assekurata. Von 3,31 Prozent bis – im schlimmsten Fall – 7,99 Prozent reicht der Sollzins, den die Unternehmen jährlich am Kapitalmarkt erzielen müssten, und das über die nächsten 30 Jahre (Kapitallebensversicherung, 30 Jahre Laufzeit, 30-jähriger Kunde). Zum Vergleich: Die zehnjährige Bundesanleihe rentiert derzeit mit etwa 4,15 Prozent.

Außerdem gelten die genannten Überschussbeteiligungen nicht für alle Verträge. Kunden, die bei derselben Gesellschaft mehrere Policen mit unterschiedlichem Versicherungsbeginn oder Tarif haben, kann es passieren, dass jede eine andere Gesamtverzinsung aufweist (Garantiezins plus Zinsüberschuss).

Besonders ärgerlich für die Riester-Rente: Ein Viertel der Versicherer verzinst Riester-Verträge schlechter als normale Policen. Grund sind Mehrkosten für Vertrieb und Verwaltung sowie der höhere Garantiezins.

Problematisch ist auch, dass viele Gesellschaften einen Teil der Überschussbeteiligung erst am Vertragsende als „Schlussüberschuss“ gutschreiben. Viele Kunden gehen dann leer aus, denn jeder zweite Vertrag wird schon vorher gekündigt. Außerdem kann der Schlussüberschuss gekürzt werden.

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