Zahlt ein Anleger einmalig Geld in ein Beitragsdepot für ­einen zwölf Jahre laufenden Versicherungsvertrag ein, kann sich sein Kapital Steuern sparend und rentabel vermehren.

Geldanlage und Versicherung sollte man nicht vermischen. Das ­ gilt fast immer. Kann ein Sparer aber stark von den zurzeit noch für Kapitallebens- und private Rentenversicherungen geltenden Steuervorteilen profitieren, sieht die Sache manchmal anders aus.

Auf den Steuervorteil zugeschnitten haben die Versicherer so genannte 5-plus-7-Verträge. Besonders gegen Jahresende bieten sie diese stark an.

Einmalzahlung ins Beitragsdepot

Die „5“ steht für fünf Jahre Beitragszahlung. Das ist eine Voraussetzung für die steuerliche Begünstigung einer Kapital bildenden Lebensversicherung. Die „7“ meint die verbleibenden sieben Jahre bis zum Ende des zwölften Vertragsjahres. Denn erst nach zwölf Jahren dürfen die Erträge von Lebensversicherungen steuerfrei ausgezahlt werden.

5-plus-7-Versicherungsverträge werden auch Beitragsdepots genannt. Denn bei Vertragsbeginn zahlt der Kunde auf einmal eine größere Geldsumme ein. Das Unternehmen richtet damit ein Beitragsdepot ein. Aus diesem Depot werden in den folgenden fünf Jahren gleich bleibende Jahresbeiträge für die Versicherung entnommen.

Der Versicherer zahlt seinem Kunden für das Geld im Depot Zinsen, die er mit dem Beitrag verrechnet. In der Versicherung liegt das Geld dann bis zum Ende der zwölf Jahre.

Rentenversicherung am besten

Auch Rentenversicherungen sind eine Form der Lebensversicherung. Sie kommen ebenfalls für ein Beitragsdepot infrage. Entscheidet sich der Kunde einer Rentenversicherung, in die mindestens fünf Jahre lang Beiträge geflossen sind, gegen eine Rente und lässt sich sein Kapital auf einmal auszahlen, ist dieses nach zwölf Jahren Vertragslaufzeit ebenfalls steuerfrei.

Nur bei einer Rentenversicherung gegen Einmalzahlung – ohne Verteilung der Beiträge auf mindestens fünf Jahre – ist die Kapitalabfindung steuerpflichtig.

Stirbt der Versicherte einer 5-plus-7-Rentenversicherung in der Ansparphase, bekommen seine Angehörigen – neben dem Restguthaben aus dem Depot, soweit noch vorhanden – die Versicherungsbeiträge zurück, wenn das vereinbart ist. Das kostet wesentlich weniger vom Beitrag als der umfassendere Todesfallschutz einer Kapitallebensversicherung. Rentenversicherungen eignen sich deshalb am besten für das renditeorientierte Versicherungssparen.

Für Gutverdiener mit Vermögen

Aber auch ein 5-plus-7-Rentenversicherungsvertrag ist nur attraktiv, wenn der Kunde drei Voraussetzungen erfüllt:

  • Der Kunde hat ein hohes zu versteuerndes Einkommen – der Höchststeuersatz ist ab 2004 für Alleinstehende ab 52 152 Euro Jahreseinkommen fällig, für Ehepaare ab 104  304 Euro.
  • Er ist so vermögend, dass er seinen Sparerfreibetrag von 1 601 Euro (Ehepaare 3 202 Euro) durch andere Zinserträge bereits ausschöpft.
  • Er will nun weiteres Geld steuerfrei und gleichzeitig sicher anlegen.

Sicher ist nicht nur das eingezahlte Geld, sondern auch eine Verzinsung. Das Geld, das im Beitragsdepot liegt und erst nach und nach in die Versicherung fließt, wird verzinst, entweder fest oder variabel.

Für die Kapitallebens- oder Rentenversicherung, die aus den Beiträgen bezahlt wird, gilt der Garantiezins für Lebensversicherungen. Er beträgt derzeit 3,25 Prozent. Für Verträge, die ab dem 1. Januar 2004 geschlossen werden, sinkt er auf 2,75 Prozent. Dazu kann eine Überschussbeteiligung kommen.

Auf Fondsvarianten ohne Garantiezins sollten sich Sparer in 5-plus-7-Verträgen nicht einlassen.

Steuerfrei vermehrt sich das Geld erst, sobald es in der Versicherung angekommen ist. Solange noch Geld im Beitragsdepot liegt, werden darauf Steuern fällig. Das ist in der Renditeberechnung in der Tabelle berücksichtigt. Im fünften Jahr fällt kein Zinsgewinn mehr an, weil das Depot leer ist.

Unsere Beispielrechnungen

Je höher der individuelle Grenzsteuersatz eines Sparers ist, desto höher ist sein Anreiz, Kapital steuerfrei anzulegen. Wir haben den Beispielen in unserer Tabelle drei Grenzsteuersätze zugrunde gelegt: 15 , 30 und 42 Prozent – das ist der ab 2004 geplante Höchstsatz.

In den Szenarien rechnen wir vor, was ein durchschnittlich gutes Angebot für ein Beitragsdepot mit einer Musterrentenversicherung bringt, wenn sich der Kunde sein Kapital nach zwölf Jahren auszahlen lässt. Es zeigt sich: Wirklich attraktiv ist ein Beitragsdepot nur bei sehr hohem Grenzsteuersatz.

Im ersten Beispiel zahlt der Versicherer in der gesamten Depotlaufzeit 4 Prozent Zinsen. Die eingezahlten 15 000 Euro reichen für fünf Jahresbeiträge von 3 239,81 Euro. Ein Kunde mit einem individuellen Grenzsteuersatz von 42 Prozent würde im Beispiel eine garantierte Gesamtrendite auf seine Einmalzahlung von 2,37 Prozent erreichen.

Eine ähnlich sichere Geldanlage müsste vor Steuern über zwölf Jahre Laufzeit mindestens 4,55 Prozent Zinsen liefern, um zumindest die garantierte Leistung des Angebots zu schlagen. Das ist zurzeit schwer zu finden.

Erwirtschaftet das Versicherungsunternehmen darüber hinaus eine Überschussbeteiligung, was trotz der derzeit schlechten Ertragslage der Branche anzunehmen ist, hätte das Beitragsdepot ohnehin schnell die Nase vorn.

Nicht auf Lockzinsen hereinfallen

Im zweiten Beispiel gilt die Zinszusage von 4 Prozent für das Depot nur im ersten Jahr. Der Zins in den kommenden drei Jahren ist bei Vertragsbeginn offen. Wir sind davon ausgegangen, dass er auf 2,5 Prozent sinkt. Die eingezahlte Summe reicht dann nicht mehr für alle fünf Jahresbeiträge. Am Beginn des fünften Jahres muss der Kunde 282,36 Euro nachschießen. Das vermindert die Gesamtrendite des Angebots beim Steuersatz von 42 Prozent von 2,37 auf 2,29 Prozent. Eine Alternativanlage müsste vor Steuern nur noch 4,3 Prozent Effektivzins bieten.

Wichtiger als der Depotzins ist die garantierte Leistung der Versicherung – das was nach Kosten übrig bleibt (siehe Tipps). Der Depotzins wird zum Auswahlkriterium, wenn der Sparer unter mehreren kostengünstigen Versicherungsangeboten das beste heraussuchen will. Oft ist ein mittlerer Zins, der fünf Jahre verbindlich ist, besser als ein hoher Anfangszins, der nicht für die volle Depotlaufzeit fest zugesagt wird.

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