So entstehen Überschüsse

Was eine Kapitallebens- oder eine private Rentenversicherung an Rendite bringt, hängt vor allem von den Überschüssen ab. Sie können aber nur geschätzt werden.

Lebensversicherer erreichen mit den angelegten Spargeldern ihrer Kunden am Kapitalmarkt durchweg mehr als den Garantiezins von derzeit 4, ab 1. Juli 2000 3,25 Prozent Zinsen. Grund: Sie legen das Kapital nur teilweise in sehr sicheren Anlagen wie Rentenpapieren an und kaufen auch Aktien und Fondsanteile. Die dadurch erwirtschafteten Überschüsse müssen sie zu mindestens 90 Prozent ihren Kunden gutschreiben.

Weitere Überschüsse entstehen, weil die Gesellschaften ihre Verwaltungskosten in einem Lebens- beziehungsweise Rentenversicherungsvertrag sicherheitshalber bei Vertragsbeginn fast immer höher ansetzen, als sie tatsächlich sind.

Bleibt später etwas übrig, soll das ebenfalls in die Taschen der Kunden zurückfließen. In welcher Höhe, ist den Versicherern überlassen. Sind die Kosten höher als gedacht, nehmen sich die Gesellschaften die entsprechende Summe aus dem Spartopf oder sie senken die Über- schusszuweisung.

Bei Kapitallebensversicherungen entstehen Überschüsse auch im so genannten Risikoanteil, der den Todesfallschutz sichert. Die Unternehmen rechnen die Kosten dafür höher, als sie meistens sind. Überschüsse, die zustande kommen, weil weniger Versicherte vor Vertragsablauf gestorben sind, als das Unternehmen kalkulierte, sollen ebenfalls an die Kunden gehen. Umgekehrt ist natürlich auch vorstellbar, dass höhere Todesfallleistungen ausbezahlt werden müssen. Das würde wieder aus dem Spartopf abgezwackt werden.

Bei privaten Rentenversicherungen ist der Risikoanteil geringer, weil die Gesellschaften bei vorzeitigem Tod ihrer Kunden nur die bis dahin eingezahlten Beiträge unverzinst zurückzahlen.

Rentenversicherer müssen die vereinbarte Rente immer bis zum Lebensende ihrer Kunden bezahlen. Dieses so genannte Langlebigkeitsrisiko, das sie abdecken, kalkulieren sie vorsichtig. Sie gehen davon aus, dass viele ihrer Kunden sehr alt werden und sie deshalb sehr viel zahlen müssen. Zahlen sie weniger, sollen Überschüsse aus den dafür gebildeten Rücklagen in "angemessener" Weise an die übrigen Versicherten ausgeschüttet werden.

Wie hoch die Überschüsse in Kapitallebens- und Rentenversicherungen sind, von denen Kunden profitieren, ist in allen Bereichen ungewiss ­ es sind nur Prognosen.

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