Lebensversicherungen Meldung

Helga P. aus Erfurt: Ich habe vor drei Jahren eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen. Bis letztes Jahr zahlte ich dafür 112 Mark im Monat. Neuerdings muss ich 16 Mark mehr bezahlen, weil meine Versicherung "dynamisch" gemacht wurde. Eigentlich ist mir das zu teuer. Was soll ich jetzt machen? Kündigen?

Finanztest: Kündigen sollten Sie den Vertrag deshalb nicht. Die Kündigung einer Kapitallebensversicherung ist immer ein Verlustgeschäft. Sie können die Dynamisierung aber rückgängig machen.

Dynamisch sind Verträge, deren Versicherungssummen oder versicherte Renten jährlich erhöht werden. Der Kunde zahlt dann immer mehr Prämie. Am Ende bekommt er natürlich auch mehr heraus. Finanztest rät von dynamischen Verträgen in der Lebensversicherung ab. Sie werden immer teurer, gleichzeitig wird das Ergebnis immer undurchsichtiger. Den Inflationsausgleich sollte ein Lebensversicherer durch eine gute Kapitalanlagepolitik schaffen, nicht dadurch, dass der Kunde immer mehr bezahlt.

Gerade zum Ende des letzten Jahres dynamisierten mehrere Versicherungsunternehmen Lebensversicherungsverträge von sich aus, indem sie ihren Kunden einfach einen neuen Versicherungsschein zuschickten.

Das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (BAV) hat klargestellt, dass das nicht genügt. Die nachträgliche Dynamisierung einer Lebensversicherung dürfe nur mit ausdrücklicher Zustimmung eines Kunden erfolgen. Sie können Ihrem Versicherer also schreiben, dass Sie die Dynamisierung nicht wollen. Verlangen Sie, dass er sie nachträglich rückgängig macht.

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