Der Bundes­gerichts­hof stärkt die Position von Kunden mit Lebens­versicherungen. Es geht um Verträge aus der Zeit von 1994 bis 2007: Kunden, die beim Abschluss nicht ordnungs­gemäß über ihr Wider­spruchs­recht belehrt wurden, können auch heute noch wider­sprechen und so ihre Verträge rück­abwickeln.

Laut dem neuen Urteil (Az. IV ZR 103/15) verjähren die Rück­abwick­lungs­ansprüche erst drei Jahre, nachdem ein Kunde seinen Wider­spruch erklärt hat.

Wichtig: Das gilt auch für bereits gekündigte Verträge. Bei Kündigung haben viele Kunden bisher keinen oder einen geringeren Rück­kaufs­wert erstattet bekommen, als ihnen zugestanden hätte. „Die Versicherungs­gesell­schaften haben sich häufig darauf berufen, dass die Ansprüche verjährt seien“, sagt Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Jetzt können Verbraucher auf eine kräftige Nach­zahlung hoffen.“

Tipp: Haben Sie einen Vertrag aus der Zeit und sind nicht zufrieden? Lassen Sie ihn von der Verbraucherzentrale Hamburg prüfen. Kosten: 69 Euro.

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