Lebens­versicherungen Meldung

Der Höchst­rechnungs­zins für Lebens­versicherungen wird auch 2016 bei 1,25 Prozent liegen. Entgegen dem ursprüng­lichen Vorschlag des Finanz­ministeriums wird der Höchst­rechnungs­zins nicht abge­schafft. Damit sind die Versicherer mit ihren Garan­tiezusagen auch 2016 weiter an die Höchst­grenze von 1,25 Prozent gebunden.*

Vorsichtige Bewertung gewünscht

Nun bleibt doch alles beim Alten: Wenn Lebens­versicherer Garan­tiezinsen anbieten, dürfen diese nicht höher als 1,25 Prozent liegen. „Der Höchst­rechnungs­zins als Aufsichts­instru­ment wird damit vor­erst beibehalten“, teilte uns eine Sprecherin des Finanz­ministeriums mit. „So wird weiterhin gewähr­leistet, dass die Versicherer in ihrer Bilanz eine vorsichtige Bewertung ihrer Verpflichtungen vornehmen. Damit wird den Einschät­zungen insbesondere der Deutschen Aktuar­ver­einigung und des Instituts der Wirt­schafts­prüfers sowie der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht Rechnung getragen“.

Pläne zur Abschaffung

Das Finanz­ministerium hatte im Oktober 2015 vorgeschlagen, den Höchst­rechnungs­zins abzu­schaffen. Der Grund war das neue Aufsichts­system „Solvency II“. Für höhere Versprechen gegen­über ihren Kunden müssen die Versicherer damit mehr Eigen­mittel zurück­legen. Das Finanz­ministerium argumentierte, dass die Versicherer durch das neue Aufsichts­system krisen­fester werden und die Vorgabe eines Höchst­rechnungs­zinses deswegen nicht mehr benötigt wird.

Kritik kam von den Versicherungs­mathematikern

Die Deutsche Aktuar­ver­einigung (DAV), die Vertretung der Versicherungs­mathematiker, hatte zu den Plänen des Finanz­ministeriums im Oktober mitgeteilt: „Ohne die Begrenzung durch einen Höchst­rechnungs­zins würden hier bei steigenden Markt­zinsen wieder lang­fristige Zins­garan­tien möglich sein, die am Kapitalmarkt nicht abge­sichert werden können.“ Anders ausgedrückt: Die Mathematiker befürchteten, dass Versicherer aus Wettbewerbs­gründen zu hohe Garan­tieversprechungen machen würden, die sie lang­fristig nicht einhalten könnten.

Garan­tiezinsen immer seltener

Auf dem Markt für Lebens­versicherungen spielen Versicherungs­produkte mit Garan­tiezinsen von 1,25 Prozent jedoch sowieso eine immer geringere Rolle. Stärker beworben werden Produkte, die nur den Beitrags­erhalt garan­tieren oder ohne jegliche Garan­tiezusagen auskommen. Die Experten von Finanztest sehen die Angebots­entwick­lung bei der Alters­vorsorge kritisch. Die neuen Produkte – ohne Garan­tieverzinsung – sind oft noch komplizierter, enthalten weniger Schutz und verlagern die Risiken der Kapital­anlage immer mehr auf die Kunden. Kostengüns­tige und verläss­liche Produkte zu finden, wird für Kunden so immer schwerer. Deshalb testen die Experten von Finanztest garan­tierte Renten gegen Einmalbetrag. Die Ergeb­nisse lesen Sie im Test Sofortrente: Nur 2 von 30 Angeboten sind gut.

Prüfen Sie die Alternativen

Die Alters­vorsorge lässt viele Varianten zu. Klassische Garan­tien gibt es noch bei der Betriebsrente und bei der Riester-Rente. Ein Teil der Vorsorge sollte planungs­sicher sein.

Tipp: Aktuell hat die Stiftung Warentest Riester-Fondssparpläne, Riester-Banksparpläne und Riester-Rentenversicherungen getestet.

* Diese Meldung ist am 9. Oktober 2015 auf test.de erschienen. Am 18. Dezember wurde sie grund­legend über­arbeitet. Kommentare unter diesem Artikel können sich auch auf die ursprüng­liche Version beziehen.

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