Kunden, die ihre Kapitallebensversicherung kündigen, müssen nach Auffassung des Oberlandesgerichts Düsseldorf mehr Geld erhalten als bisher. Lebensversicherer dürfen ihren Kunden weder einen Stornokostenabzug noch die volle Abschlussprovision in Rechnung stellen, urteilte das Gericht (Az. I-4 U 146/04, nicht rechtskräftig). Damit bekam der Bund der Versicherten im Streit mit der Victoria Lebensversicherung vor dem Oberlandesgericht Recht.

Weil die Lebensversicherer in der Regel sämtliche Abschlusskosten von den ersten Beiträgen abziehen, bleibt in den ersten Jahren auf dem Konto des Versicherten kaum Kapital zum Sparen. Wird der Vertrag gekündigt, verlangt das Unternehmen außerdem noch ­Stornoabzüge. So fällt der Rückkaufswert oft mickrig aus.

Dies sei nicht rechtens, urteilten die Richter. Denn bei Vertragsschluss habe der Kunde meist nichts von der hohen Belastung ­seines Versicherungskontos mit den Abschlusskosten und - im Fall der Kündigung - den Stornogebühren gewusst. Würden diese ­Kosten offen gelegt, was die Versicherer meist verweigern, hätte sich der Kunde womöglich für eine andere Anlage entschieden.

Andere Gerichte haben in ähnlichen Fällen nicht so verbraucherfreundlich, sondern im Sinne der Versicherungswirtschaft geurteilt. Daher hat das Oberlandesgericht Düsseldorf eine Revision zugelassen. Endgültig entscheiden muss nun der Bundesgerichtshof.

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