Lebensversicherungen Meldung

Hiobsbotschaften über eine Finanzkrise der Lebensversicherer verunsichern deren Kunden. Tatsächlich dürften die Leistungen, die die Versicherer bei Vertragsbeginn in Aussicht gestellt haben, niedriger ausfallen. Ursachen sind die schlechte Ertragslage an den Börsen und die niedrigen Zinsen. Laufende Renten werden möglicherweise gekürzt oder steigen in nächster Zeit nur wenig. Nicht infrage gestellt ist bisher, dass jedes Unternehmen das Sparkapital eines Kunden mindestens mit dem Garantiezins von derzeit 3,25 Prozent (bei vor dem 1. Juli 2000 geschlossenen Verträgen 4 Prozent) verzinst.

Nach Kostenabzug entspricht dies einer Realverzinsung der Beiträge von 1,5 bis 2,6 Prozent (bei älteren Verträgen mehr). Jeder Kunde kann davon ausgehen, dass ihm am Ende des Vertrags auch bei Kürzung aller künftigen Überschüsse mehr als die Summe seiner eingezahlten Beiträge bleibt.

Sollte ein Versicherer nicht mehr in der Lage sein, den Garantiezins zu zahlen, wollen finanzstärkere Unternehmen helfen. „Die Gründung einer Auffanggesellschaft, die dann einspringt, ist beschlossene Sache“, sagt Klaus-Wilhelm Knauth, Geschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin.

Das Rettungsunternehmen soll eine Aktiengesellschaft sein, Standort und Zahl der Mitarbeiter sind noch offen. 800 000 Euro Eigenkapital sind für die Gründung mindestens notwendig. Knauth: „Wird darüber hinaus Geld gebraucht, wird es von den Mitgliedern eingebracht.“ Knauth rechnet mit der Teilnahme einer zweistelligen Zahl von Versicherungsunternehmen.

Tipp: Auch andere Geldanlagen werfen zurzeit wenig ab. Wer eine Kapital bildende Lebensversicherung hat, sollte sie weiterführen, weil Kündigung und Beitragsfreistellung zu hohen Verlusten führen. Sobald ein Versicherer von der Rettungsgesellschaft übernommen werden muss, werden wir in Beispielfällen ausrechnen, ob ein Ausstieg ausnahmsweise sinnvoll wäre.

Dieser Artikel ist hilfreich. 155 Nutzer finden das hilfreich.