Check­liste: Erst über­legen, dann entscheiden

  • Entscheidung treffen. Über­legen Sie sich gut, ob Sie Ihre Lebens­versicherung verkaufen wollen und wägen Sie Vor- und Nachteile sorgfältig ab. Nach fünf Jahren sind die Abschluss­kosten meist bezahlt, dann ist es oft besser, den Vertrag zu behalten. Bei einem Verkauf Ihrer Police entgehen Ihnen auch Ihre Anteile am Schluss­über­schuss und an den Bewertungs­reserven.
  • Alternativen prüfen. Prüfen Sie Alternativen, bevor Sie Ihre Police verkaufen oder kündigen. Um an Geld zu kommen, können Sie ein Policendarlehen aufnehmen. Das gibt es bei Ihrem Versicherer oder bei Firmen, die sonst Policen kaufen. Wenn Sie die Beiträge für Ihre Versicherung nicht mehr tragen können, können Sie den Vertrag beitrags­frei stellen (siehe „Alternativen zum Verkauf“). Dann bekommen Sie am Ende der Lauf­zeit oft mehr Geld heraus als jetzt bei einer Kündigung oder einem Verkauf.
  • Schutz erhalten. Wenn Sie den Hinterbliebenen­schutz aus Ihrem Vertrag sowie eine womöglich dort einge­schlossene Berufs­unfähigkeits­versicherung brauchen, sollten Sie alles tun, um Ihren Vertrag durch­zuhalten und möglichst auch weiter einzahlen. Ein Verkauf käme nur infrage, wenn Sie Ihre Familie über eine Risikolebensversicherung (Finanztest 04/2010) günstig absichern können und einen bezahl­baren separaten Berufsunfähigkeitsschutz (Finanztest 07/2011) bekommen.
  • Angebote einholen. Haben Sie sich trotz allem für den Verkauf Ihrer Police entschieden? Dann holen Sie mehrere Angebote bei Policenhänd­lern ein. Schi­cken Sie ihnen eine Kopie Ihrer Police – nicht das Original. Fragen Sie Ihren Versicherer nach dem aktuellen Rück­kaufs­wert Ihrer Versicherung.
  • Kauf­preis prüfen. Vergleichen Sie den Rück­kaufs­wert, den Ihnen Ihr Versicherer nennt, mit dem Rück­kaufs­wert, den der Aufkäufer für die Ermitt­lung des Kauf­preises zugrunde legt. Wenn dieser Wert nied­riger ist, fragen Sie nach.
  • In einer Summe auszahlen lassen. Wählen Sie nur Angebote von Unternehmen, die den Kauf­preis in einer Summe auszahlen. Es gibt Firmen, die nur einen Teil des Betrags auszahlen und den Rest in monatlichen Raten, oft über zehn Jahre und länger verteilt. Ob es die Firma dann noch gibt, ist ungewiss. Gleiches gilt für Firmen, die nur einen Teil des Kauf­preises sofort zahlen und den Rest mit einer Verzinsung erst viele Jahre später. Seien Sie auch kritisch bei Angeboten, bei denen vom Kauf­preis eine Gebühr abge­zogen wird.
  • Werbung ignorieren. Lassen Sie sich nicht mit astrono­mischen Rendite­versprechen zum Verkauf Ihrer Police locken. Seien Sie miss­trauisch, wenn ein Unternehmen das Geld aus Ihrer Lebens­versicherung gleich in Anlagen „umschichten“ will, die Ihnen angeblich 150 Prozent und mehr des Rück­kaufs­werts bringen, den Sie vom Versicherer bekämen. Es gibt auch Unternehmen wie Pacta Invest die Ihnen gleich weniger zahlen als den Rück­kaufs­wert – und auch später nichts nach­zahlen. Solche Firmen werben damit, dass Sie „schnell und diskret“ Geld bekommen. Doch für Sie ist das ein Verlust­geschäft. Auch wenn Sie dringend Geld brauchen und Ihnen keine andere Wahl bleibt, als Ihre Police zu versilbern: Fragen Sie erst Ihren Versicherer, wann Sie den Rück­kaufs­wert ausgezahlt bekommen (mehr zu den Tricks der Anbieter im Internet unter www.test.de/lv-zweitmarkt).
  • Rat suchen. Holen Sie sich im Zweifels­fall Rat bei einer Verbraucherzentrale oder einem gericht­lich zugelassenen unabhängigen Versicherungs­berater, bevor Sie Ihre Police verkaufen.

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