Lebens­versicherung Meldung

Nix mit Champagner – Kunden von Lebens­versicherern können sich höchs­tens ein Piccolöchen gönnen. Die durch­schnitt­liche Gesamt­verzinsung für Lebens- und Renten­versicherungen geht in diesem Jahr erneut zurück. Seit 2004 ist sie um rund ein Prozent gesunken. Doch einige Versicherer konnten ihren Anla­geerfolg stabil halten. test. de informiert.

Der Abwärts­trend geht weiter...

Lebens­versicherungen werden in diesem Jahr im Durch­schnitt nur noch mit 3,43 Prozent verzinst. Dies geht aus einer Markt­über­sicht der Rating­agentur Assekurata hervor. Im Jahr 2013 hatten Kapital­lebens­versicherungen und private Renten­versicherungen noch 3,6 Prozent abge­worfen. 2004 betrug die Gesamt­verzinsung sogar noch 4,4 Prozent. Verzinst wird aber nicht der gesamte vom Kunden bezahlte Beitrag, sondern nur das Guthaben, das nach Abzug von Abschluss-, Verwaltungs- und Risiko­kosten übrig bleibt. Die tatsäch­liche Rendite liegt daher erheblich nied­riger.

...wenn auch etwas gebremst

Dass der Rück­gang der Rendite nicht mehr ganz so rasant ausfällt wie in den vergangenen Jahren, kommt nicht über­raschend. In unseren Unter­suchungen hatten wir fest­gestellt, dass ein Teil der Versicherer ihren Anla­geerfolg stabil halten konnte, beispiels­weise die Allianz. Der Branchen­führer bietet wie im vergangenen Jahr eine Gesamt­verzinsung von 3,6 Prozent.

Dreierlei Über­schüsse

Die Gesamt­verzinsung setzt sich aus Garan­tiezins und Über­schüssen zusammen. Für neu geschlossene Verträge beträgt der Garan­tiezins nur noch 1,75 Prozent. Im Jahr 2015 soll er nach einem Vorschlag der Deutschen Aktuar­ver­einigung, einem Zusam­menschluss der Versicherungs­mathematiker, auf 1,25 Prozent sinken. Hinzu kommt eine Beteiligung an Über­schüssen aus drei Quellen: Zins­über­schuss, Kosten­über­schuss, Risiko­über­schuss. Der Zins­über­schuss hängt davon ab, wie viel vom Zins­gewinn der Versicherer den Kunden gibt. Ein Risiko­über­schuss entsteht bei der Kapital­lebens­versicherung, wenn weniger Kunden sterben als kalkuliert. Vom Kosten­über­schuss profitieren Kunden, wenn der Versicherer kostengüns­tiger arbeitet als kalkuliert. Zur jähr­lichen Verzinsung kommen noch die Beteiligung an Bewertungs­reserven sowie ein Schluss­über­schuss am Ende der Lauf­zeit hinzu.

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