Lebens­versicherung Meldung

Hans Berges klagt gegen die Allianz. Sie hat seine Auszahlung schon vor der Neuregelung gekürzt.

Die Bundes­regierung will die Auszahlungen für Lebens­versicherungs­kunden kürzen. Grund für die Änderung ist die anhaltende Nied­rigzins­phase. Mancher Versicherer beteiligt seine Kunden jetzt schon geringer an den Bewertungs­reserven, darunter auch Branchen­führer Allianz. test.de informiert.

Beteiligung an den Bewertungs­reserven soll sinken

Die Bundes­regierung plant, dass Kunden künftig sehr viel weniger an Bewertungs­reserven der Lebens­versicherer beteiligt werden. Versicherte, deren Verträge auslaufen, bekommen dann weniger ausgezahlt als jetzt. Dies gilt beispiels­weise für Kunden mit einer Kapital­lebens­versicherung, einer privaten Renten­versicherung, einer Riester- oder Rürup-Renten­versicherung. Je nach Vertrag kann es um mehrere hundert Euro gehen. Die Änderung soll die Lebens­versicherer in der Nied­rigzins­phase entlasten.

Änderung betrifft fest­verzins­liche Wert­papiere

Bewertungs­reserven entstehen, wenn der Markt­wert einer Kapital­anlage des Versicherers über dem Anschaffungs­preis liegt, wenn also zum Beispiel der Wert seiner Immobilien, Aktien oder Zins­papiere gestiegen ist. Derzeit müssen die Lebens­versicherer ihre Kunden daran mit 50 Prozent beteiligen, wenn der Vertrag ausgezahlt wird. Das hatte das Bundes­verfassungs­gericht 2005 verlangt. Die geplante Änderung betrifft offen­bar Bewertungs­reserven aus fest­verzins­lichen Wert­papieren, dem größten Teil der Anlagen der Versicherer.

Allianz verrechnet Reserven mit Schluss­über­schüssen

Schon jetzt beschweren sich Kunden über eine zu geringe Beteiligung. Allianz-Kunde Hans Berges hat den Branchen­führer verklagt. Er will rund 660 Euro Nach­zahlung. Berges kritisiert, dass die Allianz Reserven mit Schluss­über­schüssen verrechnet. Dies räumt die Allianz ein: Sie habe „mit Einführung der Beteiligung an den Bewertungs­reserven die Schluss­über­schuss­beteiligung gekürzt.“ Sie hält dies für „gesetzes­konform“. Und weiter: Es könne „bezogen auf alle Verträge und die gesamte Vertrags­lauf­zeit nicht mehr verteilt werden als bisher“. Brisant ist die Einschät­zung der Allianz, dass Bewertungs­reserven aus fest­verzins­lichen Wert­papieren schon jetzt „nicht berück­sichtigt werden dürfen“. Genau das will die Regierung erst einführen.

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