Lebensversicherung: So funktioniert sie

Kunden wollen vor allem wissen, was ihre Lebensversicherung einmal bringt. Doch ein wichtiger Teil, die Überschussbeteiligung, ist unsicher.

Die Grafik zeigt, was mit dem Beitrag eines Lebensversicherungskunden geschieht. Der größte Teil, der Sparbeitrag, fließt in die Kapitalanlage. Ein kleinerer Teil fließt in den Risikoschutz und steht für Auszahlungen bereit, wenn Kunden sterben. Den Rest reserviert das Versicherungsunternehmen für seine Verwaltungskosten.

Der Sparbeitrag des Kunden wird mit dem Garantiezins vermehrt. Für Neuverträge ab 2004 sind das 2,75 Prozent. Zinsen und Sparbeitrag fließen auf sein Guthabenkonto. Dieser Teil ist dem Kunden garantiert. Zudem bekommt er eine Überschussbeteiligung. Sie ist aber nicht garantiert, sondern hängt davon ab, wie der Versicherer wirtschaftet.

Überschüsse entstehen hauptsächlich durch einen Zinsüberschuss. Das ist der Zinsertrag, den die Kapitalmanager eines Versicherers über den Garantiezins hinaus mit dem Geld des Kunden erwirtschaften. Läuft die Anlage schlecht, sinkt die Überschussbeteiligung stark.

Drei Quellen für die Überschüsse

Die Unternehmen müssen den Zinsüberschuss zu mindestens 90 Prozent an die Kunden weiterreichen. Das können sie über Direktgutschriften tun und über den Umweg der RfB – der Rückstellungen für Beitragsrückerstattung. Diesen Zwischenspeicher nutzen sie, um Überschussschwankungen auszugleichen. Sie können daraus auch Kunden, die bis Vertragsende Beiträge zahlen, mit einem Schlussüberschuss belohnen.

Überschüsse entstehen auch, wenn ­Verwaltungskosten durch rationelles Kostenmanagement niedriger sind als ­kalkuliert. Zudem können Risikoüberschüsse anfallen. Bei Kapitallebensversicherungen entstehen sie, wenn bei vorsichtigem Risikomanagement weniger Kunden vor Vertragsende sterben als kalkuliert. Bei Rentenversicherungen gibt es Risikoüberschüsse, wenn die Kunden früher sterben als gerechnet.

Von Risiko- und Kostenüberschüssen müssen Kunden „angemessen“ profitieren. Den Unternehmen bleibt Spielraum, um Gewinne abzuzwacken.

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