Viele Kunden von Lebensversicherungen haben nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) Anspruch auf einen höheren Rückkaufswert aus ihrem gekündigten Vertrag. Versicherungsombudsmann Prof. Wolfgang Römer hat die Lebensversicherer nun aufgefordert, betroffene Kunden von sich aus zu informieren. „Es geht nicht an, dass die Versicherer die unverjährten Ansprüche der Kunden, die sich nicht melden, in ihr Vermögen überführen“, so Römer zu Finanztest. Denn „die Ursache des Debakels“ hätten die Versicherungsunternehmen „selbst geschaffen“: die intransparenten Klauseln, die der BGH für unwirksam erklärt hat.

Römer hatte ursprünglich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) aufgefordert, die Versicherer zu verpflichten, alle Kunden mit Ansprüchen nach dem BGH-Urteil zu unterrichten. Eine solche „Allgemeinverfügung“ der Bafin müsste jedoch vom Bundesfinanzministerium genehmigt werden, erläutert Römer. Wie die Bafin ihm mitgeteilt habe, sei es dazu 2005 aber nicht mehr in der Lage.

Tipp: Wenn Sie zwischen dem 29. Juli 1994 und Herbst 2001 eine Lebensversicherung abgeschlossen und dann vorzeitig gekündigt haben, verlangen Sie von Ihrem Versicherer auf jeden Fall eine neue Berechnung des Rückkaufswerts. Einen Musterbrief gibt es unter www.finanztest.de/lv-rueckkauf.

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