Lebens­versicherung

Bewertungs­reserven: Reform kostet die Kunden viel Geld

14.10.2014
Inhalt
  1. Überblick
  2. Lebens­versicherung
  3. Bewertungs­reserven: Reform kostet Kunden viel Geld
  4. Unser Rat
  5. Artikel als PDF (3 Seiten)

Weniger für Kunden. Seit dem 7. August 2014 streichen die Versicherer die Beteiligung der Kunden an den Bewertungs­reserven aus fest­verzins­lichen Wert­papieren – dies sind mehr als 85 Prozent aller Kapital­anlagen. Je nach Vertrag kann das mehrere tausend Euro ausmachen.

Reserven aus Kundengeld. Die Bewertungs­reserven entstehen, wenn der Markt­wert einer Kapital­anlage des Versicherers, die er mit den Beiträgen der Kunden erworben hat, über dem Anschaffungs­preis liegt – wenn also zum Beispiel der Wert seiner Immobilien, Aktien, Staats- und Unter­nehmens­anleihen gestiegen ist. Versicherer müssen ihre Kunden zu 50 Prozent daran beteiligen. Dies geht auf ein Urteil des Bundes­verfassungs­gerichts aus dem Jahr 2005 zurück. Neu ist, dass die Reserven aus fest­verzins­lichen Anlagen seit 7. August 2014 in Nied­rigzins­phasen nicht berück­sichtigt werden.

Geld für die Garan­tien. Wenn ihre „Rück­stel­lungen bei den gegen­wärtig nied­rigen Zinsen nicht ausreichen, um die den verbleibenden Versicherten gegebenen Garan­tiezusagen zu finanzieren“, so die Bundes­regierung, müssen die Versicherer Kunden, deren Leistung ausgezahlt wird, nicht mehr an den Reserven aus fest­verzins­lichen Anlagen beteiligen. Denn die Versicherer müssen in Zeiten nied­riger Zinsen einen „Sicherungs­bedarf“ zurück­stellen. Das schmälert die Beteiligung der Kunden an den Bewertungs­reserven erheblich, wie die Erfahrungen von Finanztest-Lesern zeigen Lebensversicherung.

Viele Verträge betroffen. Die Kürzung der Bewertungs­reserven gilt nicht nur für Kapital­lebens­versicherungen, sondern auch für private Renten­versicherungen, Riester- und Rürup-Renten­versicherungen sowie Direkt­versicherungen und Pensions­kassen­verträge.

14.10.2014
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