Lebens­versicherung

Bewertungs­reserven: Reform kostet die Kunden viel Geld

Inhalt
  1. Überblick
  2. Lebens­versicherung
  3. Bewertungs­reserven: Reform kostet Kunden viel Geld
  4. Unser Rat
  5. Artikel als PDF (3 Seiten)

Weniger für Kunden. Seit dem 7. August 2014 streichen die Versicherer die Beteiligung der Kunden an den Bewertungs­reserven aus fest­verzins­lichen Wert­papieren – dies sind mehr als 85 Prozent aller Kapital­anlagen. Je nach Vertrag kann das mehrere tausend Euro ausmachen.

Reserven aus Kundengeld. Die Bewertungs­reserven entstehen, wenn der Markt­wert einer Kapital­anlage des Versicherers, die er mit den Beiträgen der Kunden erworben hat, über dem Anschaffungs­preis liegt – wenn also zum Beispiel der Wert seiner Immobilien, Aktien, Staats- und Unter­nehmens­anleihen gestiegen ist. Versicherer müssen ihre Kunden zu 50 Prozent daran beteiligen. Dies geht auf ein Urteil des Bundes­verfassungs­gerichts aus dem Jahr 2005 zurück. Neu ist, dass die Reserven aus fest­verzins­lichen Anlagen seit 7. August 2014 in Nied­rigzins­phasen nicht berück­sichtigt werden.

Geld für die Garan­tien. Wenn ihre „Rück­stel­lungen bei den gegen­wärtig nied­rigen Zinsen nicht ausreichen, um die den verbleibenden Versicherten gegebenen Garan­tiezusagen zu finanzieren“, so die Bundes­regierung, müssen die Versicherer Kunden, deren Leistung ausgezahlt wird, nicht mehr an den Reserven aus fest­verzins­lichen Anlagen beteiligen. Denn die Versicherer müssen in Zeiten nied­riger Zinsen einen „Sicherungs­bedarf“ zurück­stellen. Das schmälert die Beteiligung der Kunden an den Bewertungs­reserven erheblich, wie die Erfahrungen von Finanztest-Lesern zeigen Lebensversicherung.

Viele Verträge betroffen. Die Kürzung der Bewertungs­reserven gilt nicht nur für Kapital­lebens­versicherungen, sondern auch für private Renten­versicherungen, Riester- und Rürup-Renten­versicherungen sowie Direkt­versicherungen und Pensions­kassen­verträge.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 12.02.2018 um 12:35 Uhr
Risikoüberschüsse bei Fondgebundener LV ?

@ apollo_2000 : Auch in der fondsgebundenen Rentenversicherung müssen die Versicherer von ihren Risikogewinnen etwas abgeben. Kunden bekommen mindestens 90 Prozent des Risikoüberschusses. Bei Rentenversicherungen entsteht so ein Überschuss, wenn die Kunden früher sterben als gerechnet. Denn die Versicherer müssen die lebenslange Rente nicht so lange zahlen wie ursprünglich kalkuliert. (maa)

apollo_2000 am 11.02.2018 um 18:32 Uhr
Risikoüberschüsse bei Fondgebundener LV ?

Sehr geehrte Damen und Herren von Finanztest,
ist man bei einer >>Fondgebundenen Lebensversicherung<< auch mit 90 % an den Risikoüberschüssen beteiligt oder gilt diese Regelung nur für die Kapitallebensversicherung?
Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus!

Traumata am 16.02.2015 um 10:31 Uhr
Ob das so bleibt??

Wir haben eine LV die jetzt im März ausbezahlt werden soll - auch bei uns sind die Bewertungsreserven drastisch gekürzt worden dies macht einen Betrag von gut 11.000,- € bei uns aus. Unsere Generalagentur hat mehereren Kunden geholfen noch vor der Umstellung aus ihren Verträgen zu kommen uns hat er leider auf Nachfrage leider VERGESSEN bzw. sagte er gegenüber der Allianz aufgrund der jährlichen Zahlungsweise war die Kündigungsfrist schon überschritten. Wir haben uns immer selber und auch immer aktiv um unsere Zahlen seitens der Versicherung kümmern müssen. In 2012 bekamen wir noch die Bewertungsreserven mitgeteilt in 2013 nicht mehr und in 2014 schon nur noch den verminderten Teil alleine das geht schon nicht weil in 2013 war das Gesetz nicht in Kraft. Die jetzt gültigen 90 % an der Risikobeteiligung haben sie jetzt bei der Abrechnung auch weggelassen. Ich kann nur raten den Ombudsmann einzuschalten bzw. die BaFin zu informieren. Bin gespannt was daraus wird. Melde mich dann noch mal.

sepperl50 am 02.12.2014 um 12:19 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

lany am 05.11.2014 um 16:12 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.