Das Geld aus einer Lebensversicherung steht nach dem Tod des Versicherten dem im Versicherungsvertrag genannten Bezugsberechtigten zu. Das gilt selbst dann, wenn der Verstorbene es im Testament jemand anderem vermachen will. So entschied das Landgericht München I (Az. 25 O 15565/03).

Auf Rat seines Steuerberaters hatte ein Mann 1980 eine Lebensversicherung abgeschlossen. Den Antrag hatte der Steuerberater ausgefüllt und als Bezugsberechtigte die damalige Ehefrau des Kunden eingetragen.

Jahre später ließ der Kunde sich scheiden, heiratete erneut und legte seine neue Frau testamentarisch als Alleinerbin fest. Nach dem Tod des Mannes verlangte die neue Ehefrau die Todesfallsumme von rund 119 000 Euro. Der Versicherer weigerte sich, das Geld auszuzahlen, da sie nicht als Bezugsberechtigte im Vertrag genannt sei. Die Witwe klagte gegen den Versicherer. Doch die Exfrau hatte Glück. Das Gericht gab dem Lebensversicherer Recht.

Dieser Artikel ist hilfreich. 534 Nutzer finden das hilfreich.