Lebensversicherung Meldung

Die Lebensversicherungsbranche könn­te ihre Finanzkrise dank eines Steuergeschenks noch in diesem Jahr lindern. Finanzminister Hans Eichel will den Unternehmen gestatten, Verluste aus Aktiengeschäften steuermindernd geltend zu machen. Das ist für manche Versicherer eine Frage des Überlebens geworden. Erwartet wird, dass bis Jahresende der Vermittlungssauschuss von Bundestag und Bundesrat darüber entscheidet.

Nicht alle profitieren

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Wegen Aktienverlusten haben Lebens­versicherer eine deutlich niedrigere Nettoverzinsung ihrer Kapitalanlagen erzielt.

Von dem Steuergeschenk würden nicht alle Unternehmen gleichermaßen profitieren . „Wir haben uns am Aktienmarkt zurückgehalten. Eine Finanzkrise gab es bei uns nie“, sagt Christian Arns von der Debeka. Andere Gesellschaften haben ihre Verluste bereits vor 2003 bilanziert, ohne sie absetzen zu können, die neue Regelung soll aber erst ab 2003 gelten. „Wenn die einen die Steuererleichterung stärker nutzen können als andere, ist das ein Eingriff in den Wettbewerb“, sagt Gabriele Hoffmann vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin.

Der Verband hofft, dass Börsenverluste rückwirkend ab 2001 zu Steuererleichterungen führen. Kunden schwächelnder Lebensversicherer wird das Steuergeschenk nützen, denn es stärkt die Finanzkraft ihres Unternehmens. Das dürfte ihre Überschussbeteiligung steigern.

„Fragwürdig ist nur, dass damit der Steuerzahler das Anlagerisiko trägt, und nicht der Versicherer, was er eigentlich müsste,“ sagt Professor Gert Wagner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin.

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