Aufpassen müssen alle, die Lebensversicherungen vor dem Ende der Laufzeit Verwandten oder Bekannten vermachen wollen. Sie können diesen viel Schenkungsteuer ersparen, wenn sie seit langem bestehende Verträge noch in diesem Jahr an sie verschenken.

Im Entwurf zum Steueränderungsgesetz 2001 ist vorgesehen, dass der Wert einer noch nicht fälligen Versicherung ab 2002 bei Schenkungen und Erbschaften nur noch mit dem Rückkaufswert angesetzt wird. Der Ansatz von zwei Dritteln der Prämienzahlungen, der bei lang laufenden Verträgen meist sehr viel günstiger ist, soll nicht mehr möglich sein. Das kann viel Schenkung- und Erbschaftsteuer kosten.

Dem kann beispielsweise ein Onkel zuvorkommen, indem er noch in diesem Jahr seinem Neffen die Police schenkt. Hat der Onkel in den letzten zehn Jahren Versicherungsbeiträge in Höhe von 60.000 Mark eingezahlt, setzt das Finanzamt 40.000 Mark als Wert für die Schenkung an. Nach Abzug seines persönlichen Freibetrags von 20.000 Mark muss der Neffe für die restlichen 20.000 Mark nur 2.400 Mark (= 12 Prozent) Schenkungsteuer zahlen.

Erhält er die Versicherung erst im nächsten Jahr, soll das Finanzamt dagegen den Rückkaufswert nehmen. Der kann doppelt so hoch sein, wenn die Versicherung bereits lange läuft.

Tipp: Fragen Sie bei Ihrer Versicherung nach, wie hoch der Rückkaufswert ist. Ist er höher als zwei Drittel des bislang gezahlten Beitrags, lohnt sich eine vorgezogene Schenkung, wenn ihr Wert die persönlichen Freibeträge der Beschenkten sprengt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 182 Nutzer finden das hilfreich.